Chef von gescheiterter Bitcoin-Plattform MtGox bleibt in Gewahrsam

21. August 2015, 11:40
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Neuer Vorwurf zur Veruntreuung von Kundengeldern

Der Anfang August in Japan festgenommene Chef der gescheiterten Bitcoin-Plattform MtGox, Mark Karpeles, bleibt Medienberichten zufolge weiter in Untersuchungshaft. Die japanische Polizei habe am Freitag entschieden, ihn wegen des Verdachts auf Veruntreuung von Geldern seiner Kunden in Höhe von 321 Mio. Yen (2,3 Mio. Euro) in Gewahrsam zu behalten, berichteten örtliche Medien.

Demnach soll der Franzose mit einem Großteil dieser Summe Software-Lizenzen gekauft, aber auch 43.000 Euro für ein Luxus-Bett ausgegeben haben.

Künstlich eine Million Dollar

Der 30-Jährige war Anfang August wegen des Verdachts von Datenmanipulationen festgenommen worden. Er soll 2013 Daten auf der Handelsplattform MtGox verändert und so künstlich eine Million Dollar geschaffen haben. MtGox hatte im Februar 2014 den Tausch von Bitcoins in reale Währungen ausgesetzt, kurze Zeit später verschwand die Handelsplattform dann aus dem Internet. Laut Berichten wies Karpeles die Vorwürfe zurück. Seinen Angaben zufolge ist MtGox Opfer von Hackerangriffen geworden.

In Japan dürfen Verdächtige 20 Tage in Untersuchungshaft gehalten wäre. Im Fall Karpeles wäre diese Frist am Samstag ausgelaufen. Durch die neue Anordnung verlängert sich seine Untersuchungshaft nun um 20 weitere Tage. Dem Franzosen drohen fünf Jahre Gefängnis.

Die virtuelle Währung Bitcoin war 2009 als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen wurde sie von einem unbekannten Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte. Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet – der Wechselkurs zu echten Währungen schwankt stark. (APA, 21.8 .2015)

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