Viennale wird tierisch und holt Tippi Hedren als Stargast

21. August 2015, 11:31
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Retrospektive zum Tier im Film im Filmmuseum – Hurch-Nachfolge wird 2017 ausgeschrieben

Wien – Die heurige Viennale, die am 22. Oktober in ihre 53. Ausgabe startet, wird tierisch – was den thematischen Schwerpunkt anbelangt. So ist die Retrospektive den Tieren im Film gewidmet. Als Hollywoodstargast ist Hitchcocks Star Tippi Hedren ("Die Vögel") anlässlich ihrer Hommage geladen. Und auch das heurige Sujet verweist auf die Fauna – ziert doch ein fossiler Krokodilschädel die Plakate.

Hedren, die heute engagierte Tierschützerin ist, wird also zu einer Gala nach Wien kommen, kündigte Viennale-Direktor Hans Hurch am Freitag bei einem ersten Programmausblick an. Als weiterer möglicher Stargast ist Winona Ryder im Gespräch, die mit dem Film "Experimenter" von Michael Almereyda vertreten ist.

Raoul Perrone und Manoel de Oliveira

Neben Hedren ist auch dem argentinischen Regisseur Raoul Perrone ein Tribute gewidmet. Und schließlich wird auch der heuer mit 106 Jahren verstorbene Manoel de Oliveira gewürdigt, wenn sein portugiesischer Kollege Pedro Costa eine persönliche Auswahl an Werken präsentiert. Einen Ausblick gibt es auf das Werk des jungen uruguayischen Filmemachers Federico Veiroj, dem Hurch eine große Karriere prognostiziert.

Die Tierretrospektive "Animals – Eine kleine Zoologie des Kinos" im Filmmuseum versammelt Werke der Filmgeschichte von "Clash Of The Wolves" aus 1925 über Peter Greenaways "A Zed & Two Noughts" aus 1985 bis zu Lucien Castaing-Taylors und Verena Paravels "Leviathan" aus 2012. Die Retrospektive dauert von 16. Oktober bis 30. November und damit traditionell deutlich länger als die Viennale selbst, die von 22. Oktober bis 5. November läuft.

Ansonsten gelte auch für die heurige Ausgabe, dass sich Spiel- und Dokumentarfilme in etwa die Waage hielten, unterstrich Hurch. Er gehe dabei nicht mit einem konkreten roten Faden an die Programmierung: "Dann sieht man aber doch manche Dinge, die sich aus dem großen Ganzen ergeben." So würden sich im Programm einerseits zahlreiche Filme mit der Kultur der Afroamerikaner beschäftigen, was in Zeiten der aufkeimenden Konflikte in der US-amerikanischen Gesellschaft Relevanz gewinne. Andererseits thematisiere sich das Kino wieder selbst auf der Leinwand. Das gelte etwa für den Dokumentarfilm "The Thoughts That Once We Had" von Tom Andersen.

Dokumentarfilm-Weltpremiere

Daneben lässt sich eine verstärkte Präsenz des chinesischen Kinos feststellen und Woody Allens neues Werk "Irrational Man" entdecken. Und "Valley of Love" mit Gerard Depardieu und Isabelle Huppert bringt die zwei Altstars des französischen Kinos zusammen. Das österreichische Filmschaffen vertritt etwa die Vor-Ort-Reportage "Lampedusa im Winter" von Jakob Brossmann, während das Hybridwerk aus Spiel- und Dokumentarfilm "Aus dem Nichts" von Angela Summereder Weltpremiere feiert.

Keine Veränderungen gibt es bei den Wirkungsstätten des Festivals: Das Gartenbaukino bleibt Hauptspielort, der vom Stadtkino im Künstlerhaus und der Urania flankiert wird. Hinzu kommen das Filmmuseum als Kooperationspartner bei der Retrospektive und das sanierte Metro-Kinokulturhaus, dessen offizieller Start nun schon Monate überfällig ist. "Das Metrokino wird Anfang Oktober endgültig eröffnet", zeigte sich Hurch jedoch zuversichtlich.

Es habe vielleicht auch etwas an seinem Druck im Vorjahr gelegen, dass hier zu früh Erwartungen geweckt wurden, da man angesichts der Schließung des Stadtkinos am Schwarzenbergplatz eine Spielstätte benötigt habe: "Ich habe damals den Leiter des Metrokinos sehr gedrängt, das Kino halb-provisorisch zu eröffnen zu einem Zeitpunkt, an dem es eigentlich noch nicht zu eröffnen gewesen wäre."

Nun sei die Anlage aber fertig renoviert worden und werde in der ersten Oktoberwoche mit einer Ausstellung zum frühen Kino eröffnet, was ein schönes Asset für die Zeit der Viennale-Bespielung darstelle. Am schönsten für ihn persönlich sei dabei, dass nach jetzigem Stand Viennale-Präsident Eric Pleskow nach drei Jahren gesundheitlicher Probleme erstmals wieder das Festival besuchen könne und den nach ihm benannten Kinosaal im Metrokino eröffnen wolle.

Ausschreibung Mitte 2017

Für ihn selbst sei mit der Verlängerung als Direktor um zwei Jahre bis Ende 2018 dann aber definitiv Schluss, unterstrich Hurch. So werde es Mitte 2017 die Ausschreibung für seine Nachfolge geben. "Mit 2018 ist meine Arbeit wirklich zu Ende", so Hurch, der dem Festival seit 1997 vorsteht.

Auch sei die Idee zur neuerlichen Verlängerung nicht von ihm gekommen, sondern einstimmig vom Kuratorium sowie dem Kulturamt der Stadt Wien gewünscht worden. Für die verbleibenden drei Jahre wälze er noch verschiedene Ideen. Eine davon sei etwa, für jedes Jahr eine zweite Person gewissermaßen als Paten zu finden, die an der Gestaltung mitwirke. Er denke hier etwa an den Maler Peter Doig, die Sängerin Patti Smith und den Philosophen Slavoj Zizek. Das werde sich bis 2016 zeigen. (APA, 21.8.2015)

  • Kommt als Star-Gast zur heurigen Viennale: Tippi Hedren. Tieren ist die diesjährige Retrospektive des Filmmuseums gewidmet.
    foto: viennale

    Kommt als Star-Gast zur heurigen Viennale: Tippi Hedren. Tieren ist die diesjährige Retrospektive des Filmmuseums gewidmet.

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