Harmlose Salzburger: 0:2 bei Dinamo Minsk

20. August 2015, 20:14
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Der Meister läuft nach der unnötigen Hinspielniederlage Gefahr, die Europa League zu verpassen. Die zahlreichen Ausfälle konnten nicht kompensiert werden

Brest (Weißrussland) – Red Bull Salzburg droht nach dem Aus in der Champions-League-Qualifikation auch die Gruppenphase der Europa League zu verpassen. Die Salzburger kassierten am Donnerstag im Playoff-Hinspiel beim weißrussischen Vizemeister Dinamo Minsk eine völlig unnötige 0:2-Niederlage. Die Tore vor 9.500 Zuschauern in Brest erzielten Gleb Rassadkin (57.) und Nenad Adamovic (93.).

Im Rückspiel am Donnerstag (20.30 Uhr) stehen die Bullen damit vor einer enorm schwierigen Aufgabe. Sie hatten in Weißrussland zwar über weite Strecken mehr Spielanteile, waren in der Offensive aber zu harmlos und in der Defensive fehleranfällig. Daher setzte es nach zuletzt ansteigender Formkurve in der Liga bereits die dritte Europacup-Auswärtsniederlage in Folge.

Zahlreiche Umstellungen

Salzburg musste alleine im Angriff auf Kapitän Jonatan Soriano, Omer Damari, Havard Nielsen und Marco Djuricin verzichten. Übrig blieben Yordy Reyna und Dimitri Oberlin. Die Innenverteidigung bildeten nach dem Ausfall von Abwehrchef Martin Hinteregger wie erwartet Paulo Miranda und Youngster Duje Caleta-Car. Rechtsverteidiger Christian Schwegler stand erstmals nach seinem Mittelfußknochenbruch in der Startformation.

Die Bullen diktierten der Spielgeschehen von Beginn an, fanden aber kaum zwingende Torchancen vor. Es fehlten die zündenden Ideen, auch die Passqualität ließ sehr zu wünschen übrig. Einen ersten Warnschuss feuerte Andreas Ulmer ab (23.). Die beste Gelegenheit ließ Naby Keita aus, der nach Schwegler-Querpass das Tor verfehlte (31.). Ein Kopfball von Miranda fiel zu schwach aus (45.).

Auf der Gegenseite ging nur von Dinamos montenegrinischem Stürmerstar Fatos Beqiraj so etwas Ähnliches wie Gefahr aus (41.). Nach Seitenwechsel schlug Rassadkin aber fast aus heiterem Himmel zu. Eine Flanke des eingewechselten Adamovic konnte Salzburg-Torhüter Alexander Walke vor Beqiraj nur kurz wegschlagen, Rassadkin staubte per Kopf ab.

Salzburg fehlten auch aufgrund der vielen Ausfälle die Alternativen. Mit den Einwechslungen der Teenager David Atanga und Valentino Lazaro, der nach Verletzungssorgen sein Saisondebüt gab, änderte sich wenig. Ein Schuss von Christoph Leitgeb (52.), ein Freistoß von Valon Berisha (75.) und ein Versuch von Caleta-Car nach einem Corner (79.) stellten Dinamo-Goalie Aleksandr Gutor nicht vor Probleme. Ein Ulmer-Freistoß ging neben das Tor (86.).

Bitteres Ende

Im Finish kam es sogar noch schlimmer. Erst lief Rassadkin nach schwerem Fehler von Caleta-Car alleine auf Walke zu, ließ aber noch die Riesenchance auf das 2:0 aus (91.). Dieses folgte dann zwei Minuten später, als der eingewechselte Igor Woronkow unbedrängt an die Stange schoss und Adamovic den Abpraller verwertete.

Sollte im Rückspiel nicht doch noch die Wende gelingen, würde Salzburg nach der Blamage gegen Düdelingen 2012 erst zum zweiten Mal die Gruppenphase der 2009 eingeführten Europa League verpassen. Im neunten Pflichtspiel unter Trainer Peter Zeidler setzte es die vierte Niederlage. In der Liga hatte es nach völlig verpatztem Saisonstart zuletzt zwei Siege gegen die Nachzügler Ried (4:1) und Altach (2:0) gegeben.

Dinamo Minsk hatte vor 20 Jahren bereits die Wiener Austria aus dem Uefa-Cup eliminiert. Auf dem Weg ins EL-Playoff hatte der weißrussische Tabellenzweite, der seine Heimspiele mangels eines tauglichen Stadions in Minsk 350 Kilometer entfernt an der polnischen Grenze austragen muss, bereits Tscherno More Warna aus Bulgarien und den FC Zürich ausgeschaltet. (APA, 20.8.2015)

Europa-League-Playoff, Hinspiel, Freitag

Dinamo Minsk – Red Bull Salzburg 2:0 (0:0)
Brest (Weißrussland), Stadion Brestski, 9.500 Zuschauer, SR Zelinka (CZE)

Torfolge:
1:0 (57.) Rassadkin
2:0 (93.) Adamovic

Minsk: Gutor – Begunow, Politewitsch, Bangura, Witus – Udoji (53. Adamovic), Korsun, Korytko, Neacsa (70. El Monir) – Beqiraj, Rassadkin (92. Woronkow)

Salzburg: Walke – Schwegler, Caleta-Car, Miranda, Ulmer – Minamino (74. Lazaro), Keita, Ch. Leitgeb, Berisha – Oberlin (59. Atanga), Reyna

Gelbe Karten: Neacsa, Begunow, Korsun bzw. Keita, Miranda, Schwegler, Walke

Rückspiel kommenden Donnerstag (20.30 Uhr, live ORF 1) in Salzburg. Der Aufsteiger steht in der Gruppenphase der Europa League.

  • Es war zum Schämen.
    foto: apa/helmut fohringer

    Es war zum Schämen.

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