Die "Internationale"

Einserkastl20. August 2015, 17:43
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Mangelnde Wachsamkeit vor dem Feind

H.-C. Strache kennt offenbar die Melodie der "Internationale" nicht. Er reagierte nicht, als bei einer Salzburger "Jedermann"-Aufführung die Bühnenmusiker bei seinem Anblick das alte Kampflied der Linken (Strache würde sagen: der "Linkslinken") spielten.

Gut, wenn man die prägenden Jahre im Wald ("Wehrsport") und unter schlagenden Burschenschaftern verbracht hat, ist man vermutlich eher mit deutschnationalem Liedgut vertraut. Aber andererseits ist das schlimmer als eine Bildungslücke, nämlich geradezu mangelnde Wachsamkeit vor dem Feind.

Gesungen wurde der Text anscheinend nicht ("Völker, hört die Signale! / Auf zum letzten Gefecht! / Die Internationale / erkämpft das Menschenrecht"). Sonst wäre Strache mitsamt Entourage doch aus seiner kulturellen Versunkenheit erwacht. Ob die "Internationale" (bis 1943 Nationalhymne der Sowjetunion) das richtige Protestlied gegen rechts ist, sei dahingestellt.

Der schlaue Strache-Mephisto Herbert Kickl hat gleich auch den Text gegoogelt und verweist triumphierend auf die Zeilen: "In Stadt und Land, ihr Arbeitsleute, wir sind die stärkste der Partei'n." Das gelte nämlich nicht mehr für die historische Linke, sondern für die FPÖ. Tatsächlich stimmt das insofern, als die FPÖ bei den Nationalratswahlen 2013 mit 34 Prozent stärkste Partei bei der Arbeiterschaft war. Da muss den anderen schon mehr einfallen als die "Internationale". (Hans Rauscher, 20.8.2015)

Kulturglosse: Strache in Salzburg

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