Nachhaltigkeit: Österreich verliert Spitzenplatz

20. August 2015, 17:42
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Durch die Budgetprobleme wurden Förderinstrumente bei Abfall, Energie, Wasser und im Klimaschutz geschwächt

Wien – Österreich ist im Nachhaltigkeitsranking der EU-Länder der Wirtschaftskammer Österreich vom ersten auf den dritten Platz zurückgefallen. Der neue Spitzenreiter ist Schweden, dicht gefolgt von Dänemark. Den Grund für den Abstieg sieht Stephan Schwarzer, Abteilungsleiter in der WKÖ, vor allem in "schwächelnden Förderinstrumenten".

Kritik an "Teilmontage"

"Hier wurde mehr als Haare gelassen, es ist eine Teildemontage", kritisierte Schwarzer. So wurde im Zuge der Budgetsanierung in den vergangenen Jahren etwa der Klimafonds um 20 Prozent, die Umweltförderung im Inland um fünf Prozent und die Gebäudesanierung um 20 Prozent gekürzt. Zudem würden Gelder, die eigentlich für den Klimaschutz zur Verfügung stehen sollten, für andere Zwecke verwendet.

Insgesamt habe sich der Zustand der Umwelt in der EU in den vergangenen Jahren stetig verbessert. Das ehemalige Gefälle von Ost-West bzw. Nord-Süd sei heute nicht mehr zu beobachten. Auch Nachzügler wie Polen oder Bulgarien holten deutlich auf. Dafür werde es an der Spitze enger: Die fünf am besten platzierten Länder waren nahezu gleichauf.

58 Indikatoren

Für die Untersuchung werden von der WKÖ 58 Einzelrankings von Indikatoren quer durch die Bereiche Abfall, Ressourcen, Energie, Klima, Wasser, Luftreinhaltung, Mobilität, biologische Vielfalt und Umweltmanagement bewertet. Daten stammen vorwiegend von Eurostat und der Europäischen Umweltagentur.

Österreich war in 18 dieser Rankings unter den besten fünf Ländern. Auch in den meisten anderen Disziplinen gab es eine "solide Performance", sagt Nachhaltigkeitskoordinator Christoph Haller. Den Grund für den Erfolg ortet er in "den seit Jahrzehnten hohen Umweltstandards" sowie in "stark entwickelter Kompetenz der Betriebe bei Umweltmanagement und Umwelttechnik". (APA, 20.8.2015)

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