Strache in Salzburg

Kulturglosse20. August 2015, 17:24
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Als das Jedermann-Ensemble den leibhaftigen Strache im Publikum ausgespäht hatte, stimmte die Begleitcombo forsch die Internationale an

Jeder Mensch hat das Recht, sich vom Jedermann auf dem Salzburger Domplatz trösten zu lassen. Gott liebt Menschen, die Böses tun, mit besonderer Inbrunst. Ist der Sünder auch verstockt, am Ende besteht die Hoffnung, dass er zu Kreuze kriecht. Insofern ist auch für Heinz-Christian Strache noch nicht aller Tage Abend. Warum sollten für ihn andere Konditionen gelten als für jedermann? Gottes Wege sind unergründlich. Vielleicht müssten gerade FPÖ-Politiker froh sein, wenn ihnen am Ende ihrer Tage ihre Sünden erlassen werden.

Als nun das Jedermann-Ensemble den leibhaftigen Strache im Publikum ausgespäht hatte, stimmte die Begleitcombo forsch die Internationale an. Es scheint, als zögen junge Musiker "das letzte Gefecht" einem göttlichen Gnadenerweis vor. Von einer Bekehrung Straches zu den Anschauungen des entwickelten Sozialismus wurde nichts bekannt. Er hat das bullige Kampflied schlicht nicht erkannt. Aber Gott liebt ja die Unwissenden. (Ronald Pohl, 20.8.2015)

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