Reiche Jungunternehmer: In Europa fehlt der Drive

Kommentar21. August 2015, 05:30
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Den Jungen in Europa fehlt der Mut

Die Listen über reiche Menschen, die immer wieder publiziert werden, bieten tiefe Einblicke in die Mentalitäten auf dem alten Kontinent Europa und in der neuen Welt USA. So auch die jüngste Wealth-X-Liste über reiche Menschen unter 35 Jahren. Während es in Europa Erbschaften sind, beziehen die Vertreter aus den USA ihren Wohlstand in der Regel aus Unternehmensgründungen. Der Selfmade-Mann, die Selfmade-Frau ist weiß, stammt aus der Mittelschicht, ist überdurchschnittlich intelligent und hat die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

Warum das so ist, darüber haben viele europäische Politiker und ihre Berater bereits nachgedacht. Denn der Drive, der dadurch entsteht, dass ein junger Amerikaner eine pfiffige Idee hat, diese umsetzt und binnen kürzester Zeit daraus ein profitables Unternehmen mit vielen gut bezahlten Jobs macht – diesen Drive hätte man gerne auch in Europa. Nicht zuletzt könnten neue Technologien, in der EU erfunden, ein Zugpferd aus der aktuellen Krise sein.

Wir haben zwar mit dem oberösterreichischen App-Entwickler, der kürzlich an Adidas verkauft wurde, endlich wieder ein sexy Beispiel für Jungunternehmertum. Doch dürfte dies eher die Ausnahme sein, nicht die Regel.

Um an das US-Vorbild aufzuschließen, fehlt viel. Die bürokratischen Hürden sind hoch, und der Finanzmarkt ist konservativ. Und vielfach, so scheint es, fehlt den Jungen in Europa der Mut – und der Drive. (Johanna Ruzicka, 21.8.2015)

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