Deutschland: Anklage gegen mutmaßlichen US-Spion

20. August 2015, 15:06
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BND-Mitarbeiter soll von CIA 95.000 Euro kassiert haben

München – Der mutmaßliche US-Spion Markus R. ist in Deutschland wegen Landesverrats und Bestechlichkeit angeklagt worden. Die deutsche Bundesanwaltschaft wirft ihm laut einer Mitteilung vom Donnerstag vor, als BND-Mitarbeiter für den US-Nachrichtendienst CIA sowie den russischen Geheimdienst spioniert zu haben.

Der 32-Jährige R. war im Juli 2014 festgenommen worden. Er arbeitete in der Registratur der BND-Abteilung "Einsatzgebiete/Auslandsbeziehungen" (EA) und soll seit 2008 zahlreiche Dokumente an die CIA verraten und dafür 95.000 Euro bekommen haben.

Gefahr eines "schweren Nachteils für die äußere Sicherheit"

Unter den Papieren sollen auch interne Informationen gewesen sein, die Aufschluss über die Aufklärungstätigkeit des BND sowie die personelle Zusammensetzung der Abteilung EA gaben. Die Bundesanwaltschaft wertet dies als Landesverrat, weil R. damit "die Gefahr eines schweren Nachteils für die äußere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland verursacht" habe.

Medienberichten zufolge gehörten zu den an die CIA verraten Dokumenten auch eine Übersicht der BND-Residenzen mit den Namen und Adressen der jeweiligen Agenten sowie Konzepte zur Gegenspionage. Die USA erfuhren demnach nicht nur die Namen der Länder, die der BND im Auftrag des Bundeskanzleramtes überwachen sollte, sondern auch, was genau ausgeforscht werden sollte.

R. soll auch dem russischen Geheimdienst über das Generalkonsulat in München seine Dienste angetragen und drei BND-Dokumente übermittelt haben. Auch in diesem Tatkomplex wirft ihm die Bundesanwaltschaft Landesverrat vor. (APA, 20.8.2015)

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