79-jähriger Deutscher starb an Vergiftung durch Gartenzucchini

20. August 2015, 14:26
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Möglicherweise durch natürlichen Bitterstoff, aber auch Hitze könnte schuld sein

Stuttgart – Die Staatsanwaltschaft Ellwangen in Deutschland ermittelt in einem ungewöhnlichen Todesfall. Ein 79-Jähriger ist an einer Vergiftung durch eine Gartenzucchini gestorben. Ein natürlicher Bitterstoff könnte die Ursache sein.

Selbst angebaut

Der Mann hatte einen Auflauf mit der selbst angebauten Zucchini gegessen. Vor zwei Wochen wurden er und seine Frau dem Klinikum Heidenheim zufolge mit Anzeichen einer Magen-Darm-Infektion in dem Krankenhaus aufgenommen. Während sich der Zustand der Frau verbesserte, verschlechterte sich der des Mannes. Er starb am Sonntag an den Folgen der schweren Vergiftung, wie der Ärztliche Leiter der zentralen Notaufnahme, Norbert Pfeufer, am Mittwoch mitteilte.

Wenn Zucchini, Gurken und Kürbissuppe bitter schmecken, ist Vorsicht geboten, warnt das Chemische- und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart. Das Gemüse könnte dann die giftige Substanz Cucurbitacin enthalten. "Das ist der erste Fall, den wir im Haus haben", sagte Chemiedirektorin Maria Roth. Sie untersuchte die Zucchini-Probe aus dem Auflauf.

Rückmutationen und Rückkreuzungen

Der Bitterstoff Cucurbitacin ist aus Kürbisgewächsen wie Gurken und Zucchini eigentlich herausgezüchtet worden. In Einzelfällen können sie durch Rückmutationen und Rückkreuzungen das Gift aber enthalten. Dann löst es die Schleimhaut im Magen-Darm-Bereich auf. "Das Hauptrisiko liegt im Kleingärtnerbereich, wenn die Gärtner mit eigenen Samen jedes Jahr wieder Zucchini hochziehen", so Pfeufer.

Der Giftstoff wird auch durch Kochen nicht entfernt. Laut Roth könne auch die langanhaltende Hitze die Ursache der Vergiftung sein. "Manche Pflanzen, die in Stress geraten, produzieren Gifte", sagte die Expertin. (APA, dpa, 20.8.2015)

  • Normalerweise nicht gefährlich: Zucchini.
    foto: reuters / mike blake

    Normalerweise nicht gefährlich: Zucchini.

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