Burundi: Nkurunziza als Präsident vereidigt

20. August 2015, 13:27
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Drohung an Widersacher

Bujumbura – Im ostafrikanischen Burundi hat Staatschef Pierre Nkurunziza einen Monat nach der umstrittenen Präsidentenwahl seinen Amtseid geleistet. In der Antrittsrede zur dritten Amtszeit drohte Nkurunziza am Donnerstag seinen Widersachern. Sie würden "ausgemerzt, weil sie gegen Gott kämpften", sagte er.

Burundi war ins Chaos gestürzt, nachdem Nkurunziza im Mai beschlossen hatte, entgegen den verfassungsrechtlichen Bestimmungen für eine dritte fünfjährige Amtszeit zu kandidieren. Die Wahl gewann er wegen eines Boykotts der Opposition haushoch. Die internationale Gemeinschaft hatte an ihn appelliert, keine dritte Amtszeit anzustreben.

Seit der Abstimmung am 21. Juli wurden mindestens 20 Menschen Opfer politischer Gewalttaten, darunter auch ein regierungskritischer Politiker. Der Menschenrechtler Pierre Claver Mbonimpa überlebte einen Anschlag nur knapp. Immer wieder gibt es Befürchtungen, dass in dem Land erneut ein ethnisch motivierter Bürgerkrieg zwischen der heute regierenden Hutu-Mehrheit und der Tutsi-Minderheit aufflammen könnte. Burundi gehört einem umfassenden UN-Entwicklungsindex zufolge zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. (APA, 20.8.2015)

  • Pierre Nkurunziza, als er bei der Wahl im Juli ansteht, um seine Stimme abzugeben.
    foto: ap photo / berthier mugiraneza

    Pierre Nkurunziza, als er bei der Wahl im Juli ansteht, um seine Stimme abzugeben.

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