Ölschwemme schickt Preise auf Talfahrt

20. August 2015, 07:50
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Die Überversorgung auf dem Weltmarkt hält an, dem Preisgefüge tut das nicht gut

New York/London/Wien – Das Gemisch aus hohen Fördermengen der Organisation erdölexportierender Länder und der Schieferölproduktion in den USA sorgt weiter für eine Ölschwemme und damit ein Überangebot auf dem Weltmarkt. Die Preise befanden sich auch im Juli mehr oder weniger stark auf Talfahrt.

Am Donnerstag sanken sie weiter, als bekannt wurde, dass die US-Ölreserven in der vergangenen Woche überraschend um 2,6 Millionen auf 456,2 Millionen Barrel gestiegen sind. Volkswirte hatten eher einen Rückgang erwartet. "Mit einem überraschenden Anstieg der Lagerbestände und ausbleibenden Anzeichen irgendeiner Dämpfung des Angebots setzt sich der Abwärtsdruck fort", sagte Michael McCarthy, Chefstratege bei CMC Markets in Sydney.

Angesichts der Preise fahren viele große Ölfirmen Sparkurse. Sie haben ihre Ausgaben nach der Talfahrt des Ölpreises im vergangenen Jahr schon massiv zurückgeschraubt. Das spüren wiederum Firmen wie Schoeller-Bleckmann (SBO). Die österreichische Ölfeldservicefirma produziert Bohrköpfe und Bohrgestänge für die Suche nach Öl und Gas und beliefert damit große Ölkonzerne. SBO hatte daher zuletzt einen Verlust im Gesamtjahr nicht ausgeschlossen.

Längerer "Downturn" erwartet

Im ersten Halbjahr hat das Unternehmen angesichts des Sparkurses bei den Ölriesen nichts verdient. Unter dem Strich stand eine schwarze Null nach einem Gewinn von gut 30 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. "2015 wird, wie wir erwartet haben, ein schwieriges Jahr für die gesamte Oilfield-Service-Industrie. Wir stellen uns darauf ein, dass dieser Downturn länger dauern könnte als frühere", sagte Firmenchef Gerald Grohmann.

Donnerstagfrüh kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 46,90 Dollar (42,5 Euro). Das waren 26 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate zur Lieferung im Oktober fiel um 24 Cent und lag bei 40,56 Dollar. (Reuters, red, 20.8.2015)

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