Südsudan: Kämpfe trotz Friedensabkommens

19. August 2015, 22:33
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Rebellen und Regierung schieben sich gegenseitig die Schuld zu

Juba – Die von der internationalen Gemeinschaft erhoffte Unterzeichnung eines Friedensabkommens für den Südsudan rückt angesichts wieder aufflammender Gewalt in weite Ferne. Die Konfliktparteien machten sich am Mittwoch gegenseitig für erneute Kämpfe verantwortlich.

Ein Armeesprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, in Manyo im nordöstlichen Staat Upper Nile habe es einen "heftigen Angriff der Rebellen" gegeben. Die Streitkräfte hätten sich gewehrt und die Aufständischen "zurückgeschlagen", sagte der Sprecher. Es könne nicht sein, dass ein Friedensvertrag unterzeichnet und nur wenig später ein Angriff gestartet werde.

Angriff

Die Aufständischen warfen wiederum der Armee vor, den seit 20 Monaten andauernden Konflikt gewaltsam lösen zu wollen. Die Streitkräfte hätten die Rebellen am Dienstag nahe der strategischen Stadt Pageri im Süden des Landes angegriffen. Seine Kämpfer hätten dann Pageri eingenommen und kontrollierten nun die Autobahn Richtung Uganda, sagte Rebellengeneral James Koang Chuol. Die Angaben zu den Kämpfen waren von unabhängiger Seite zunächst nicht überprüfbar.

Der Generalsekretär der südsudanesischen Regierungspartei, Pagan Amum, und Rebellenführer Riek Machar hatten am Montag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba eine Friedensvereinbarung für das Land unterzeichnet. Der Präsident des Südsudan, Salva Kiir, wohnte der Unterzeichnung bei, unterzeichnete sie allerdings nicht, sondern erbat sich zwei Wochen Bedenkzeit.

Machar, der zur Volksgruppe der Nuer gehört, fühlte sich stets benachteiligt. Kiir ist Dinka, das ist die bevölkerungsstärkste Volksgruppe des Südsudan. Im Dezember 2013 eskalierte der Machtkampf zwischen den beiden. Seitdem versinkt der schwach entwickelte, junge Staat in einer Spirale der Gewalt, Zehntausende Menschen wurden bereits getötet. (APA, 19.8.2015)

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