Staatsbesuch

Einserkastl19. August 2015, 17:34
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Die Staatsspitze war auf Initiative von Heinz Fischer in Traiskirchen

Sie waren in Traiskirchen. Bundespräsident, Kanzler, Vizekanzler, Innenministerin. Laut Medienberichten insgesamt eine halbe Stunde. Sollte aber genügen, um festzustellen, dass Kinder nicht in regennassen Wiesen campieren sollten.

Laut APA kamen Fischer, Faymann, Mitterlehner, Mikl-Leitner "nach dem Besuch zum Schluss, dass Handlungsbedarf bestehe". Kann man so sagen.

Die Mitarbeiter des Betreuungsbereichs im Innenministerium haben dieser Tage einen mehr als bemerkenswerten offenen Brief veröffentlicht: "Unter Einsatz aller unserer Kräfte versuchen wir das System Grundversorgung am Laufen zu halten, stoßen jedoch immer mehr an unsere Grenzen. Leider auch deshalb, da konstruktive Bemühungen, Quartiere zu realisieren und damit Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben, auf Widerstand stoßen."

Dazu macht der Bürokratismus Überstunden: Eine Leserin, die in einem leerstehenden Haus Flüchtlinge unterbringt, berichtet von der Aktion einer GIS-"Kundenberaterin", den deutschunkundigen Flüchtlingen ORF-Gebühr abzuluchsen. SOS-Kinderdorf schafft Plätze für unbegleitete Minderjährige, bekommt aber nur die Hälfte der Mittel. Ein anderer Leser hat aufgegeben, nachdem er die Bürokratie erkannte, die mit Quartiervergabe verbunden ist.

Es war gut, dass die Staatsspitze auf Initiative von Heinz Fischer in Traiskirchen war. Es ist aber nicht genug. (Hans Rauscher, 19.8.2015)

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