Flip-Flops bei Fußproblemen: "Schaden mehr, als sie nutzen"

30. August 2015, 12:00
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Wer an Fußfehlstellungen leidet, sollte möglichst keine Flipflops tragen. – Die Probleme könnten, bei langem Tragen, verschlimmert werden

Der Sommer ist noch nicht zu Ende: Er bleibt zumindest noch übers Wochenende. Das heißt auch: Schwitzen in geschlossenen Schuhen. Die praktische und kostengünstige Alternative: Flip-Flops.

Allerdings riskieren Träger, dass bestehende orthopädische Leiden dadurch schlimmer werden: "Für Menschen mit Vorfußbeschwerden sind Flip-Flops nicht zu empfehlen", sagt Orthopäde Reinhard Schuh von der MedUni Wien – und meint damit alle, die an Plattfuß, Senk-, Spitz-, Spreizfuß oder anderen Fehlstellungen von Fuß oder Zehen leiden.

Als Urlaubsschuhe seien Sandalen besser geeignet – schließlich bieten diese einen besseren Halt und somit eine geringere Sturzgefahr, so der Experte.

Sandalen deutlich besser

Das Problem: Flip-Flops verfügen über kein richtiges Fußbett und bieten deshalb kaum Halt. Was bei gesunden Menschen durchaus gesund ist, weil der Fuß viel mehr "arbeiten" muss, um die Balance zu halten, ist bei Patienten mit Fehlstellungen kontraproduktiv. – Sie riskieren damit, dass die Probleme noch größer werden.

Wer nicht auf die "luftigen" Schuhe verzichten will, für den gibt es eine Alternative: Maßgeschneiderte Flip-Flops mit gewölbtem Fußbett und Gel-Polstern. Schuh und seine Kollegen haben sie untersucht und mit Halbschuhen sowie handelsüblichen Flipflops verglichen. Dafür befragten die Forscher 22 Patienten mit einer Metatarsalgie, also einem spezifischen Schmerz im Fuß, der keiner mechanischen Ursache (etwa Abnutzung) zugeschrieben werden kann.

Die Wissenschafter maßen dabei jene Zeitdauer, bis die Probanden über erste Schmerzen klagten. Bei den Halbschuh-Trägern vergingen bis zum Auftreten der ersten Symptome gut 22 Minuten (Gehweite 1.894 Meter). Auch die Flip-Flop-Träger kamen auf knapp 22 Minuten bzw. 1.812 Meter – also auf annähernd gleiche Werte. Jene, die orthopädische Flipflops trugen, gingen 42 schmerzfreie Minuten (3.407 Meter).

Mehr Schaden als Nutzen

Das untersuchte Sample ist mit 22 Probanden ziemlich klein. Es liefert aber zumindest einen Hinweis darauf, "dass sich maßgeschneiderte Flipflops lohnen können", sagt der Orthopäde von der MedUni Wien.

Eine Studie von 2010 bescheinigte Flip-Flops sogar eine Präventivwirkung gegen Osteoporose – allerdings nur bei Menschen ohne Fußfehlstellung. Für die meisten Menschen mit Pathologien im Fußbereich ist der Nutzen sehr gering. – Das Risiko für Folgeprobleme hingegen hoch, sagt Schuh: "In solchen Fällen schaden Flip-Flops mehr, als sie nützen." (Florian Bayer, 30.08.2015)

  • Flipflops sind beliebt. Aber sind sie auch gesund?
    foto: wikipedia/betsy/schuminweb/(CC-Lizenz)

    Flipflops sind beliebt. Aber sind sie auch gesund?

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