Weltraumtourismus könnte in wenigen Jahren Normalität werden

20. August 2015, 11:53
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Eine Abschlussarbeit an der International School of Management in Frankfurt am Main thematisiert das Potenzial kommerzieller Projekte für den Kurzurlaub im All.

Noch ist Weltraumtourismus ein Privileg der Superreichen, doch das könnte sich bald ändern. Privat finanzierte Projekte sind dabei, eigene Trägerraketen und Raumfahrzeuge zu entwickeln und den Kurzurlaub im All künftig leistbarer zu machen. Welche Chancen und Herausforderungen der Weltraumtourismus aus unternehmerischer Sicht mit sich bringt, hat Lisa Schachner in ihrer Abschlussarbeit an der International School of Management (ISM) untersucht.

Unbeantwortete Fragen

Weltraumtourismus hat für Lisa Schachner schon längst nichts mehr mit Science Fiction zu tun. Die 23-Jährige studiert an der ISM Frankfurt am Main Tourismus und Eventmanagement und hat sich in den vergangenen Monaten intensiv mit den privaten Unternehmen am Markt, ihren Konzepten und Entwicklungen auseinandergesetzt.

"Der Schritt von der Wissenschaft zur Kommerzialisierung ist getan, wirft aber viele Fragen auf", sagt Schachner. "Auswirkungen auf die Umwelt, Rechtsfragen und vor allem die Zertifizierung von Probeflügen sind die großen Themen, die private Anbieter wie Space Adventures in den USA beschäftigen." Der US-amerikanische Marktführer hat 2001 mit Dennis Tito den ersten Weltraumtouristen vermitteln können. Sechs weitere folgten seitdem.

Erfahrungsbericht

Schachner führte für ihre Arbeit auch ein Interview mit Anousheh Ansari, die 2006 als erste Weltraumtouristin zur Internationalen Raumstation (ISS) reiste. "Als Touristikerin interessieren mich natürlich auch die Erwartungen und Erfahrungen der Urlauber. Deshalb hat es mich sehr gefreut, dass Ansari per Video-Botschaft einige Fragen beantworten konnte." Wie hält man sich im Weltall fit? Wie beschäftigt man sich? Was kann man im Weltall überhaupt essen? Auf viele praktische Fragen, die für Anbieter von Bedeutung sind, gibt Schachner in ihrer Abschlussarbeit Antwort. "Ich war positiv überrascht, wie offen Experten auf dem Gebiet gesprochen haben, die ich für Interviews angefragt habe. Sie haben mir die Unternehmensseite näher gebracht und erklärt, was realistisch möglich ist."

Suborbital normal

In den Gesprächen hat sich herauskristallisiert, dass die Nachfrage auf Kundenseite groß ist. Das berichten zumindest Anbieter von Parabelflügen, die einen Vorgeschmack auf die Schwerelosigkeit im All bieten. Schachner wagt nach ihrer Recherchetätigkeit eine Prognose: "Ich vermute, dass Suborbitalflüge, bei denen Insassen in Höhe von rund 100 Kilometern den Blick auf die Erde genießen können, schon in den nächsten Jahren Normalität werden." (red, 20.8.2015)

  • Parabelflüge wie sie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) durchführt, um den Teilnehmern 22 Sekunden Schwerelosigkeit zu ermöglichen, sind nichts Außergewöhnliches mehr. In naher Zukunft könnten Suborbitalflüge in 100 Kilometern über der Erde ebenso Normalität sein.
    foto: deutsches zentrum für luft- und raumfahrt

    Parabelflüge wie sie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) durchführt, um den Teilnehmern 22 Sekunden Schwerelosigkeit zu ermöglichen, sind nichts Außergewöhnliches mehr. In naher Zukunft könnten Suborbitalflüge in 100 Kilometern über der Erde ebenso Normalität sein.

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