Spaniens Regierung verurteilt Festival-Ausladung jüdischen Musikers

19. August 2015, 12:37
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Außenministerium bezeichnet Verhalten des Veranstalters eines Reggae-Festivals als diskriminierend und antisemitisch

Madrid – Die spanische Regierung verurteilt die Ausladung des jüdischen US-Musikers Matisyahu beim Reggae-Festival Rototom Sunsplash in Benicassim als "diskriminierend" und "antisemitisch". Weiterhin habe man völliges Verständnis für den Protest und die Verärgerung der jüdischen Gemeinde und des Künstlers, heißt es in einer offiziellen Erklärung des spanischen Außenministeriums.

Die Veranstalter des Reggae-Festivals in der spanischen Mittelmeerstadt hatten von Matisyahu eine Erklärung verlangt, in der er das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat anerkennt und das Verhalten Israels kritisiert. Matisyahu lehnte dies ab. "Kein Künstler verdient es, in so eine Situation gebracht zu werden, nur damit er seine Kunst vortragen kann", erklärte er auf Facebook. Von anderen Musikern auf dem Festival habe man keine politischen Erklärungen verlangt.

Die jüdische Gemeinde in Spanien bezeichnet die Ausladung ebenfalls als "diskriminierend". Auch die sozialistische Oppositionspartei PSOE konnte "kein Verständnis" für einen solch "antisemitisches Verhalten" der Festivalbetreiber aufbringen.

Linksparteien verteidigen Festivalbetreiber

Unterdessen verteidigten Spaniens linke Protestpartei Podemos (Wir können) und die Vereinte Linke (IU) die Entscheidung des Festivals. "Matisyahu wurde nicht ausgeladen, weil er Jude ist, sondern weil er sich wiederholt negativ über das palästinensische Volk geäußert habe und für den Zionismus werbe, der Rassismus ist", erklärte IU-Parlamentarierin Marina Albiol gegenüber der spanischen Zeitung "El Pais" (Mittwochausgabe).

"Wir respektieren die Freiheit jeden Künstlers, seine politischen Präferenzen publik zu machen, aber auch die Freiheit jeden Festivals, nur jene Künstler einzuladen, welche auch die selben Werte und Ansichten wie das Festival vertreten", sagte ein Podemos-Sprecher am Mittwoch im spanischen Nationalradio RNE.

"Spanien lehnt jegliche Boykott-Kampagnen gegen Israel ab und spricht sich für eine verhandelte Lösung für die Errichtung eines unabhängigen Palästinenser-Staates aus, der in Frieden und Eintracht mit Israel lebt", verdeutlichte hingegen die spanische Zentralregierung in ihrem offiziellen Schreiben. (APA, 19.8.2015)

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