Wie Frauen in Games mit durchschnittlichen US-Körpermaßen aussehen würden

Ansichtssache19. August 2015, 11:05
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Online-Plattform für Personen mit Essstörungen will zum Umdenken bewegen

Die Darstellungsweise von Frauen und Männern in Computerspielen ist ein oft diskutiertes Thema. Bulimia.com, eine Online-Plattform für Personen mit Essstörungen, verweist auf die potenzielle Gefahr von idealisierten und stereotypischen Abbildungen. Genau wie andere Massenmedien können auch Computerspiele ein unrealistisches Körperbild vermitteln, was vor allem bei jungen Spielerinnen zu unerreichbaren Erwartungen an das eigene Aussehen führe. Die Folge seien nicht selten Essstörungen wie Bulimie oder Magersucht.

Die Betreiber der Seite kritisieren dabei vor allem die Branchenentwicklungen, wonach Computerspiele zwar zunehmend realitätsnaher gestaltet werden, vor allem Frauenfiguren davon aber meist ausgenommen sind. "Wenn Videospielentwickler sich selbst für ihre realistischen digitalen Repräsentationen feiern, dann ist es Zeit für sie, auch Frauen wirklichkeitsgetreu abzubilden."

Zu diesem Zweck sind auf Bulimia.com Illustrationen veröffentlicht worden, bei denen beliebte weibliche Spielcharaktere ihren überarbeiteten, realitätsnäheren Darstellungen gegenübergestellt werden. Für den Vergleich wurden die Durchschnittsmaße einer amerikanischen Frau ab 20 genommen. Verändert wurden vor allem die Taille sowie Arme und Beine. "Der Unterschied zwischen den originalen Videospielheldinnen und ihren realistischeren Interpretationen ist alles andere als subtil", sagen die Betreiber der Website.

Ob diese Figuren für eine zunehmend überfettende Gesellschaft nun bessere Rollenbilder sind, darauf gehen die Betreiber allerdings nicht ein. Auch wird außer Acht gelassen, dass besagte Charaktere wie Lara Croft als sportliche Persönlichkeiten angelegt sind und insofern wohl auch "in echt" einen geringeren Body-Mass-Index hätten. (Ganz abgesehen davon, dass Videospiele als Kunstform nicht den Ansprüchen von Realismus erfüllen müssen.) Dass ProtagonistInnen abseits der Idealfigur eine Seltenheit sind, lässt sich allerdings nicht abstreiten. Einen Schritt in Richtung mehr Abwechslung machten unter anderem die Entwickler von "GTA 5", die mit Michael und Trevor alles andere als perfekte Figuren darstellen – körperlich wie menschlich. (lmp, 19.8.2015)

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bulimia.com

Anmerkung: Lara Croft wird in den neuen Spielen (ab "Tomb Raider" 2013) nicht mehr in dieser Weise dargestellt, sondern ist bereits realitätsnäher abgebildet.

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