Clinton kritisiert Ölbohr-Genehmigung in der Arktis

19. August 2015, 07:22
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Präsidentschaftsbewerberin geht auf Distanz zu US-Präsident Obama

Washington – Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hält die von der US-Regierung erteilte Genehmigung von Probebohrungen des Ölkonzerns Shell vor der Küste Alaskas für unverantwortlich "Die Arktis ist ein einzigartiger Schatz", schrieb die frühere Außenministerin am Dienstag im Online-Dienst Twitter. "Wir dürfen das Risiko der Bohrungen nicht eingehen."

Clinton geht damit auf Distanz zu US-Präsident Barack Obama, dessen Regierung am Montag endgültig grünes Licht für die Probebohrungen gegeben hatte. Die Entscheidung wurde auch von Umweltschützern scharf kritisiert. Sie lehnen Bohrungen nach fossilen Brennstoffen in der Arktis ab, da sie negative Folgen für die Tierwelt am Nordpol fürchten. Die US-Regierung versicherte, die Probebohrungen des britisch-niederländischen Ölkonzerns fänden nach den höchsten Vorschriften für Sicherheit, Umwelt und Notfälle statt. Die Arbeiten würden rund um die Uhr überwacht. Obama kündigte an, Ende August nach Alaska zu reisen. Die Region sei in besonderem Maße vom Klimawandel betroffen, sagte er in einer Videobotschaft.

Bohrarbeiten schon vor einem Monat

Shell hatte bereits im Juli mit den Bohrarbeiten begonnen, die US-Behörden verboten dem Konzern jedoch zunächst, in tiefere ölführende Schichten unter dem Meer vorzudringen, weil noch ein Schiff fehlte, das im Notfall den Bohrschacht hätte schließen können, um eine Ölpest zu verhindern. Mit der Ankunft dieses Schiffes wurden die Auflagen für einen der Schächte nun aufgehoben.

Clinton gilt bei den US-Demokraten als Favoritin für die Präsidentschaftskandidatur. Sie unterstützt Obamas ehrgeizige Klimaschutzziele. Zu dem hoch umstrittenen Bau der Ölpipeline Keystone XL bezog Clinton bisher nicht eindeutig Stellung. Keystone XL soll von der kanadischen Provinz Alberta, die über eines der größten Teersandvorkommen der Welt verfügt, über insgesamt 1900 Kilometer bis zu den Raffinerien im US-Staat Texas führen. Umweltschützer warnen vor katastrophalen Folgen möglicher Lecks. Obama hatte im Februar sein Veto gegen das Keystone-Gesetz eingelegt. (APA, 19.8.2015)

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