Arabische Liga will Libyen militärisch unterstützen

18. August 2015, 19:19
6 Postings

Keine Zusage für Luftangriffe gegen Jihadisten

Kairo – Die Arabische Liga hat sich für eine militärische Unterstützung Libyens im Kampf gegen die jihadistische Organisation "Islamischer Staat" (IS) ausgesprochen. Zudem unterstützt sie die Forderung der international anerkannten libyschen Regierung nach einer Aufhebung des Waffenembargos, wie Generalsekretär Nabil al-Araby am Dienstag bei einem Treffen der arabischen Außenminister in Kairo sagte.

Zusagen für Luftangriffe auf IS-Stellungen in der Küstenstadt Sirte machten die Mitgliedstaaten bei der außerordentlichen Sitzung zur Krise in Libyen aber nicht. In der abschließenden Erklärung der Arabischen Liga hieß es lediglich, es müsse dringend eine "arabische Strategie" umgesetzt werden, um Libyen militärisch gegen den "IS-Terror" zu unterstützen.

Die international anerkannte libysche Regierung hatte die Arabische Liga am Wochenende zu "gezielten Luftangriffen" auf IS-Stellungen in Sirte aufgerufen, um den Vormarsch der IS-Extremisten zu stoppen. Die libysche Luftwaffe sei wegen des Waffenembargos, das die Vereinten Nationen 2011 verhängt hatten, nicht dazu in der Lage.

"Die nationale Sicherheit Libyens ist die Sicherheit der arabischen Nationen"; sagte Libyens Außenminister Mohammed al-Dairi bei der Sitzung in Kairo. "Libyen leidet und wir haben genug von den Grausamkeiten der Terrorgruppen."

Die IS-Fanatiker hatten Sirte im Juni erobert. Bei Gefechten zwischen bewaffneten Milizen und IS-Kämpfern wurden dort in den vergangenen Tagen dutzende Menschen getötet. Lokalen Medien berichteten von über 100 Toten. Demgegenüber ging der libysche Botschafter in Frankreich, Tshibani Abuhamoud, vergangenen Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von 150 bis 200 Opfern aus. Ein Vertreter der lokalen Behörden hatte die Kämpfe in Sirte als einen "wahren Krieg" bezeichnet.

Die radikalsunnitischen IS-Extremisten machen sich zunehmend das Chaos zunutze, das in Libyen seit dem Sturz und dem gewaltsamen Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht. Die Städte werden von rivalisierenden Milizen kontrolliert, während zwei rivalisierende Parlamente und Regierungen die Macht für sich beanspruchen. Im östlichen Tobruk ist das international anerkannte Parlament ansässig, während sich in Tripolis das nicht anerkannte islamistisch dominierte Gegenparlament befindet.

Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) flogen in den vergangenen beiden Jahren eine begrenzte Zahl von Luftangriffen auf Stellungen der IS-Extremisten und anderer Islamistengruppen in Libyen. Die Arabische Liga beschloss im März auf Drängen Kairos die Gründung einer gemeinsamen Eingreiftruppe, um die Jihadisten in der Region zu bekämpfen. Die Armeechefs der Mitgliedstaaten kamen seitdem zwei Mal zu Beratungen zusammen, um Einzelheiten zu besprechen. Das nächste Treffen soll Ende August in der ägyptischen Hauptstadt stattfinden. (APA, 18.8.2015)

Share if you care.