Mediaanalyse lässt Qualität der Medien untersuchen

19. August 2015, 08:55
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Sonderteil zu digitalen Medien über Datensicherheit, Privatheit, Ortung parallel zur Multimedia-Vergleichsstudie "Mediaserver"

Wien – Wer nutzt welche Medien wann und wie lange? Die 15.000 Interviews für die neue Multimedia-Studie, genannt Mediaserver, sind geführt, um den Jahreswechsel sollen sie erstmals veröffentlicht werden. Doch weil für die Qualitäten der Mediengattungen in diesem Media-Server kein Platz mehr war, hat die Mediaanalyse parallel eine Studie dazu beschlossen.

Der Mediaserver soll vor allem vergleichbare Nutzungszeiten und -dauern der verschiedenen Mediengattungen liefern samt Soziodemografie der Nutzerinnen und Nutzer.

Frühaufsteher

Erwartbare Ergebnisse, sehr grob: Der allergrößte Teil der Österreicher ist um 7 Uhr schon aus den Federn, nicht wenige greifen recht früh zum Smartphone und nutzen Medien im weiteren Sinne, im Büro dann auch über den Desktop. Zeitungen studieren die Österreicherinnen und Österreicher wohl auch eher in der Früh, und abends sehen sie doch eher fern.

Konkretere Nutzungszahlen von Einzelmedien sollen auch im Media-Server aus den Daten schon bestehender Studien kommen – also aus der Mediaanalyse, der ÖWA Plus, des Teletest, des Radiotest und des Outdoor Server.

Ifes und Gfk haben die Interviews für den Mediaserver geführt. Geschäftsführerin Maria Kostner rechnet um den Jahreswechsel mit der Veröffentlichung erster Werte.

Medien-Qualitäten

Ziemlich zeitgleich dürfte die Mediaanalyse ihre Anfang August beschlossene, neue Qualitätsstudie publizieren. Sie wird ebenfalls alle Mediengattungen einbeziehen, erklärt MA-Präsident Helmut Hanusch auf STANDARD-Anfrage.

Im Fragebogen des Mediaserver konnten qualitative Aspekte nicht im gewünschten Umfang berücksichtigt werden, begründet Hanusch die Parallelaktion. Ifes befragt mindestens 2000, voraussichtlich 3000 Menschen für diese Studie zwischen September und November dieses Jahres.

Worum geht es? Um Informationen über den Stellenwert und die Akzeptanz von Medien, sagt Hanusch, wie und in welchen Situationen Medien genutzt würden. Da gehe es um Aufmerksamkeit, Erinnerungsleistung, Motive der Mediennutzung, auch um Emotionen gegenüber Medien.

Auf etwas abgenützte Fragenklassiker verzichtet die Studie nach STANDARD-Infos – etwa, welches Medium man am meisten vermissen würde. Oder auch, in welchem Medium Werbung am wenigsten stört.

Digitales Licht, digitaler Schatten

Ein eigener Teil dieser Studie soll sich der "Dynamik des digitalen Wandels" widmen. Oder, wie Hanusch es konkreter formuliert: "Was die neuen Medienwelten bringen und was sie kosten."

Hier sollen es laut Hanusch neben den ungemein praktischen Seiten des digitalen Medienkonsums auch um ihre Schattenseiten gehen – und wie die Userinnen und User sie wahrnehmen. Die Themen: Privatheit, persönliche Daten, geografische Ortung, aber Rechtsstaatlichkeit – etwa wenn es um nationale Gesetze und internationale Konzerne geht.

Akademie-Studie

Schon früher dürfte eine ganz andere Studie zu Medienqualitäten erscheinen: Nach den Ferien wollen die Rundfunk- und Telekomregulierung RTR und das Institut für vergleichende Medienforschung an der Akademie der Wissenschaften ihre erste inhaltsanalytische Qualitätsstudie zu österreichischen Medien veröffentlichen – worum es da geht, erklärte Studienleiter Josef Seethaler schon im STANDARD-Interview.

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