Heta will Balkan-Immotochter zu Geld machen

18. August 2015, 12:51
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Centrice Real Estate zum Verkauf ausgeschrieben – Österreich soll Bayern-Vergleich abändern wollen

Wien/Ljubljana – Die Hypo-Abwicklungsgesellschaft Heta will ihre Balkan-Immobiliengruppe Centrice Real Estate GmbH (früher: Probus Real) versilbern. Das hat sie am Dienstag in Inseraten kundgetan. Grundsätzlich wendet man sich an Interessenten für die gesamte Gesellschaft, man lasse aber auch Angebote für "substanzielle" Teile zu, heißt es in der "Einladung zur Interessensbekundung", die bis 15. September erfolgen soll.

Centrice mit Sitz in Wien hat Niederlassungen in Ljubljana, Zagreb und Belgrad; ihr gehören 31 Gewerbeimmobilien in Slowenien (23), Kroatien (5), und je eine in Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Serbien. Rund zwei Drittel des Portfolios mit einer Fläche von rund 340.000 Quadratmetern entfällt auf Shoppingcenter, der Rest auf Bürogebäude.

28,6 Millionen Euro verdient

2014 hat die Gesellschaft, in die in jüngster Zeit diverse Immobilien eingebracht wurden (nicht verkäufliche wurden dafür der Abbaugesellschaft einverleibt), 28,6 Mio. Euro verdient, die Mieteinnahmen betrugen 37,7 Mio. Euro. Die Vermietungsquote liegt zwischen 26,3 und 100 Prozent; das Zagreber Bürocenter Galerija ist noch nicht bezogen.

Zum Belgrader Businesscenter gehört auch die Immobilie Blok 67, deren Kauf laut Centrice-Homepage im dritten Quartal 2015 abgeschlossen wird. Blok 67 ist einer der inkriminierten Hypo-Finanzierungsfälle. Eingebunden in den Verkaufsprozess ist auch die Abwicklungsbehörde bei der Finanzmarktaufsicht FMA. Sie muss, weil ja die Heta unter ihren Fittichen steht, den Verkauf letztlich auch absegnen.

Wer nicht ganz so viel einkaufen will, kann bei der Heta übrigens auch anderweitig fündig werden. Die "Alpe Adria Asset Platform" bietet im Internet (auch) Immobilien an; derzeit 316 Stück.

Basteln am Generalvergleich

Heftig gearbeitet wird auch auf den anderen, den größeren Baustellen der staatlichen Heta. BayernLB und Heta sowie die Griss-Kommission II und die FMA als Abwicklerin, prüfen immer noch den Generalvergleich, den Freistaat Bayern und Republik schließen wollen. Wie berichtet würde Österreich 1,23 Mrd. Euro nach Bayern zahlen, dafür würden alle anhängigen Verfahren beendet. Auch die Heta würde ihre Klage zurückziehen, mit der sie bereits bezahlte Tranchen aus BayernLB-Krediten als Eigenkapitalersatz einfordert. Aus Juristenkreisen ist zu hören, dass man Österreich nun aber verbilligende Änderungen beim Generalvergleich anstrebt; man habe die Folgen des Verzichts auf Eigenkapitalersatz unterschätzt. Im Finanzministerium wird das dementiert, auch "die Höhe der Zahlung steht nicht zur Diskussion". Dementiert wird auch, dass für die nicht rückbezahlten Hypo-Anleihen Verzugszinsen anfallen, wie das Ex-BZÖ-Abgeordneter Stefan Petzner unter Berufung auf den Anleiheprospekt behauptet. Laut Ministerium tritt wegen des Zahlungsmoratoriums, das die FMA verfügt hat, eben kein Verzug ein.

Abseits dessen befassen sich Rechtsexperten auch mit der Frage, auf welches Vermögen und welche Ansprüche Kärntens die mit Landeshaftungen abgesicherten Gläubiger zugreifen könnten. Nach Ansicht mancher Juristen sind neben Sachwerten des Landes sehr wohl auch dessen Ertragsanteile vom Bund und Mittel aus dem Finanzausgleich exekutierbar. Sie argumentieren das mit Regelungen aus dem Finanz-Verfassungsgesetz. (gra, 18.8.2015)

  • Die Hypo-Abbaugesellschaft Heta sucht Käufer für ihre Immobilientochter Centrice Real Estate
    foto: reuters/bader

    Die Hypo-Abbaugesellschaft Heta sucht Käufer für ihre Immobilientochter Centrice Real Estate

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