Sicherheitsrisiko Windows Server 2003: Selbst Banken ignorieren Warnungen

18. August 2015, 10:30
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Fünftel aller Server laufen weiter mit veralteter Version – Support Mitte Juli endgültig ausgelaufen

Es ist quasi das Windows XP der Server-Welt: Mitte Juli ist der Support für Windows Server 2003 endgültig ausgelaufen. Ab sofort gibt es also selbst bei kritischen Sicherheitslücken keinerlei Updates mehr von Seiten Microsofts. Bei Unternehmen scheint die dadurch entstehende, akute Gefährdung bislang aber noch nicht angekommen zu sein.

Zahlen

Laut den aktuellen Zahlen von Netcraft werden derzeit noch immer rund 175 Millionen Webseiten über Windows Server 2003 ausgeliefert. Das entspricht einem Fünftel des gesamten Webs, wodurch eine riesige Angriffsfläche für Malware aller Art geboten wird, wie Netcraft warnt.

Entwicklung

Die Zahl der unter Windows Server 2003 laufenden Server ist derzeit mit rund 600.000 zwar nur mehr halb so groß wie zum Höhepunkt Mitte 2011, eine rasche Abwärtsbewegung ist allerdings nicht festzustellen.

grafik: netcraft
Die Zahl der Server mit der veralteten Windows-Version geht zwar zurück – und doch läuft darauf weiter ein Fünftel aller Webseiten.

Banken

Besonders unerfreulich sei, dass selbst Seiten, die eigentlich besonders hohen Sicherheitsanforderungen genügen sollten, weiterhin auf die veraltete Version setzten. Darunter einige Banken wie ING Direct aber auch das Sicherheitsunternehmen Panda Security.

Update. Jetzt.

Es sei nur eine Frage der Zeit bis die nächste kritische Sicherheitslücke in der Software entdeckt werde, die aber dann eben nicht mehr von Microsoft geschlossen werde, warnt Netcraft. Die aktuelle Situation ist insofern ein potentielles Sicherheitsdesaster in Vorbereitung. Unternehmen sollten insofern so schnell wie möglich auf eine neuere Version des Betriebssystems umsteigen. (apo, 18.8.2015)

  • Gruß aus der Vergangenheit: Als Windows Server 2003 veröffentlicht wurde, hatte Steve Ballmer noch elf Jahre als Microsoft-CEO vor sich.
    foto: jeff chiu / ap

    Gruß aus der Vergangenheit: Als Windows Server 2003 veröffentlicht wurde, hatte Steve Ballmer noch elf Jahre als Microsoft-CEO vor sich.

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