Südsudan: Vorerst kein Friedensabkommen

18. August 2015, 14:41
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Rebellenchef Machar appelliert an Präsident Kiir: "Gelegenheit, den Krieg zu beenden"

Addis Abeba – Der südsudanesische Rebellenchef Riek Machar hat an Präsident Salva Kiir appelliert, das in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba ausverhandelte Friedensabkommen zwischen den beiden zu unterschreiben. "Es ist für uns die Gelegenheit, den Krieg zu beenden", sagte er am Montag in Addis Abeba vor Journalisten.

Machar verteidigte das Abkommen als guten Kompromiss. "Wir verpflichten uns zu einem Waffenstillstand und dazu, humanitären Helfern Zugang zu den von uns kontrollierten Gebieten zu geben." Machars Rückhalt im Land war zuletzt etwas geschwunden, nachdem sich einige Milizenführer vergangene Woche von ihm losgesagt hatten.

15 Tage Bedenkzeit

Internationale Vermittler hatte den Konfliktparteien den Montag als Ultimatum für eine Einigung gesetzt. Allerdings ließ Präsident Kiir wissen, er nehme sich noch 15 Tage Bedenkzeit und wolle weiterverhandeln. Für den Fall des Scheiterns der Gespräche in der äthiopischen Hauptstadt hatten Partnerstaaten, darunter US-Präsident Barack Obama, mit Sanktionen gedroht. An den Verhandlungen nahmen teilweise auch die Präsidenten Sudans, Kenias und Ugandas teil, Omar al-Bashir, Uhuru Kenyatta und Yoweri Museveni.

Nun wurde bekannt, dass Präsident Kiir auf dem Weg zu den Verhandlungen nach Äthiopien am Sonntag eine umstrittene Aussage zur Pressefreiheit tätigte: "Pressefreiheit bedeutet nicht, dass man gegen das Land arbeitet", sagte Kiir dem Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) zufolge. Wenn Medienvertreter nicht wüssten, dass im Südsudan immer wieder Menschen getötet würden, dann könne man dies wieder demonstrieren, wurde er zitiert.

Der christlich geprägte Südsudan feierte 2011 voller Stolz und Hoffnung seine Unabhängigkeit vom mehrheitlich muslimischen Norden. Doch kaum zwei Jahre später verfiel das ölreiche Land in einen brutalen Konflikt zwischen den Anhängern Kiirs und Machars. Die fortwährende Gewalt hat bereits zwei Millionen Menschen vertrieben. Viele flüchteten in die Nachbarländer, vor allem nach Äthiopien, Kenia, Uganda und in den Sudan. Zehntausende sind dem Konflikt bereits zum Opfer gefallen. Hilfsorganisation warnen, dass dem zerrütteten Land dieses Jahr eine Hungersnot droht. (APA, 18.8.2015)

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