FPÖ: "Kurier"-Fotograf "mit keinem Wort" beschuldigt

17. August 2015, 14:16
32 Postings

Kickl reagiert auf Klage wegen übler Nachrede – Strache habe niemals den Fotografen der Inszenierung beschuldigt

Wien – Die FPÖ reagiert auf die Privatklage des "Kurier"-Fotografen Jürg Christandl gegen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Neben Strache wird auch der Wiener FPÖ-Obmann Johann Gudenus geklagt – der STANDARD berichtet darüber.

"HC Strache hat mit keinem Wort jemals den 'Kurier'-Fotografen beschuldigt, das Foto inszeniert zu haben oder auch nur an der Inszenierung beteiligt gewesen zu sein", lässt FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl in einer Aussendung mitteilen: "Der von HC Strache geäußerte Verdacht der Inszenierung richtete sich – wie aus den diesbezüglichen Zitaten aus den ORF-Sendungen 'Im Zentrum' und 'ZiB2' klar hervorgeht – gegen jeweils nicht namentlich bezeichnete Gegendemonstranten bzw. Journalisten", so Kickl.

Strache: "Eingefädelt"

Strache hatte bei "Im Zentrum" von einer gestellten Aufnahme gesprochen und gesagt: Die Gegendemonstranten hätten es "organisiert, dass ein Kind mit einem Fotografen positioniert vorbeigeführt wurde. Und so kann man mit Bildern Kinder missbrauchen". In der "ZiB 2" – hier nachzusehen – sagt er wörtlich: "Es hat ein Journalist offensichtlich hier das Bild mit einem Kind und einem Erwachsenen, oder zwei Erwachsenen, hier ganz bewusst eingefädelt." Und weiter: "Das war ein Fototermin, wo natürlich dann Journalisten, sehr geschickt offensichtlich, dieses Foto dann eingefädelt haben (...)".

Anlass für die Auseinandersetzung war eine Protestaktion der Freiheitlichen vor einem Flüchtlingsquartier in Wien-Erdberg Anfang Juni. Das "Kurier"-Foto von Christandl zeigt ein Flüchtlingskind und zwei erwachsene Flüchtlinge vor FPÖ-Anhängern, die Schilder mit der Aufschrift "Nein zum Asylantenheim" hochhalten. Die FPÖ hatte mehrfach behauptet, dass zum Zeitpunkt ihrer Protestaktion keine Flüchtlingskinder anwesend gewesen wären. Christandl hatte die Anschuldigungen von Anfang an zurückgewiesen.

Rekurs gegen einstweilige Verfügung

Neben Christandls Privatklage wegen übler Nachrede hatte wie berichtet auch der "Kurier" Strache geklagt und eine einstweilige Verfügung erwirkt. Das Handelsgericht Wien hatte dem FPÖ-Chef untersagt, weiter zu behaupten, dass die Zeitung und ihr Fotograf Christandl die Aufnahme von der Anti-Asylanten-Aktion der FPÖ gestellt bzw. inszeniert hätten. Die FPÖ hat dagegen Rekurs eingelegt.

Das Wiener Straflandesgericht verlangt wegen Christandls Klage vom Nationalrat eine Entscheidung über die Auslieferung Straches, der als Abgeordneter politische Immunität genießt. Die FPÖ werde einer Auslieferung nicht zustimmen. (red, 17.8.2015)

  • Kickl (links) und Strache.
    foto: apa/pfarrhofer

    Kickl (links) und Strache.

Share if you care.