Alt-Landtagspräsident wohnt gratis, ÖVP stellt Mitgliedschaft ruhend

17. August 2015, 16:14
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Helmut Mader war 30 Jahre Spitzenfunktionär der Tiroler Volkspartei, zuletzt Landtagspräsident. Er wohnt gratis, nun prüft der Landesrechnungshof den Fall

Innsbruck – Politiker und andere Tiroler dürften nicht unterschiedlich behandelt werden, das gebiete die Moral. Vor allem nicht, wenn es um ein so sensibles Thema wie das Wohnen gehe. Sagte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) nach der Regierungssitzung und kündigte eine Untersuchung der Causa Mader durch den Landesrechnungshof an.

ÖVP stellt Mitgliedschaft ruhend

Am Montagnachmittag stellte das Parteipräsidium der Tiroler Volkspartei bis zur Aufklärung der Vorwürfe die Parteimitgliedschaft Maders ruhend. "Es stehen mehrere offene Fragen im Raum, die nicht nur Helmut Mader, sondern der Partei und der Politik insgesamt massiven Schaden zufügen und die nur Mader selbst aufklären kann", so Platter in einer Aussendung.

Helmut Mader war 30 Jahre lang Spitzenfunktionär der Tiroler Volkspartei, zuletzt Landtagspräsident. Als solcher ging er 2008 in Pension. Ein Jahr später bekam er das unentgeltliche Wohnungsgebrauchsrecht für eine 188 Quadratmeter große Mietwohnung im "Technikerhaus", einem Heim für HTL-Schüler.

Politik- und Vereinsfunktionär

Mader, der auch Obmann des Trägervereins des Technikerhauses war, zog bereits 1988 in das Haus und bezahlte, sagen Kritiker, lediglich eine "Spottmiete". Politblogger Markus Wilhelm hatte die Wohnsituation des Spitzenfunktionärs auf dietiewag.at öffentlich gemacht.

Nun soll der Landesrechnungshof prüfen, ob bei Förderungen des Vereins Technikerhaus die Richtlinien eingehalten wurden. Platter forderte Mader, der sich zur Sache nicht äußert, via ORF Tirol auf, für maximale Aufklärung zu sorgen. Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) sprach in einem Interview mit der "Tiroler Tageszeitung" von "Bonzentum" und "Selbstbedienung". (Jutta Berger, 17.8.2015)

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