Abriss von Wiener "Glaspalast" verzögert sich weiter

17. August 2015, 12:30
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Angepeilte Vorvermietung noch nicht erreicht – Arbeiten sollen laut WSE-Sprecher "noch heuer beginnen"

Der Abriss von Harry Glücks "Glaspalast" nahe des Wiener Rathauses verzögert sich weiter: Zuvor bereits einmal verschoben, sollte der Abbruch nun eigentlich im Sommer stattfinden. Derzeit laufen aber noch die Vorbereitungsarbeiten dafür. Der Grund für die Verschiebung seien fehlgeschlagene Verhandlungen mit einem potenziellen Mieter.

Gespräche mit Interessenten

"Der Abbruch wird noch heuer beginnen", so ein Sprecher der zuständigen WSE Wiener Standortentwicklung GmbH. Momentan werde vor allem im Gebäudeinneren alles für die Abtragung vorbereitet, zudem werden Arbeiten im Umfeld des Gebäudes – etwa die Verlegung von Leitungen – durchgeführt.

Das Ende des alten Büroturms soll aufgrund der Beeinträchtigung von Stadtbild und Verkehr relativ zeitnah zum Spatenstich für den Neubau erfolgen: "Und wir wollen erst anfangen zu bauen, wenn wir eine gewisse Auslastung haben", so der Sprecher. Nach den gescheiterten Verhandlungen führe man nun Gespräche mit anderen Interessenten.

Dass der "Glaspalast" jedenfalls abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden wird, bezeichnete WSE-Geschäftsführer Stephan Barasits vor wenigen Wochen gegenüber dem STANDARD als "fix" (siehe "Nachlese"). Man habe um Baugenehmigung für einen 10.000 m² großen Büroneubau mit Einzelhandelsflächen im Erdgeschoß angesucht.

Entwurf wurde überarbeitet

Das Bürohaus war vor 35 Jahren als Rechenzentrum der Stadt Wien errichtet worden, dieses zog 2012 aus. Der Abriss wurde beschlossen, ein rund 40 Millionen Euro teures Nachfolgeprojekt aus 145 Einreichungen bei einem zweistufigen, EU-weiten Architekturwettbewerb ausgewählt. Der Plan sah einen achtgeschoßigen Bau mit rund 12.000 Quadratmetern Bruttogeschoßfläche und 150 unterirdischen Parkplätzen vor.

Anrainer befürchteten dann aber, die Sichtachse Richtung Innere Stadt und damit der Ausblick auf den Stephansdom könnte beeinträchtigt werden, und sammelten mit politischer Unterstützung aus der schwarzen Josefstadt Unterschriften. Der Protest war erfolgreich, der Siegerentwurf wurde überarbeitet, um den Steffl-Blick auch weiterhin zu gewährleisten. (APA/red, 17.8.2015)

  • Der "Glaspalast" von Harry Glück in der Rathausstraße wird wohl bald einem Neubau weichen müssen.
    foto: standard

    Der "Glaspalast" von Harry Glück in der Rathausstraße wird wohl bald einem Neubau weichen müssen.

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