Nintendo feuert Mitarbeiter nach Podcast-Interview

Bericht17. August 2015, 11:50
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Rauswurf offenbar wegen Hinweis auf interne Richtlinien – Nintendo hält sich bedeckt

Vor rund einem Jahr ist es dem ehemaligen Indie-Games-Boss von Nintendo untersagt worden, sich in der Öffentlichkeit über das Unternehmen zu äußern. Als Grund galt seine Offenheit in Interviews. Nun sorgt ein ähnlicher Fall für Aufsehen. Chris Pranger, Ex-Mitarbeiter bei Nintendo Treehouse (Nintendo of America), ist vor kurzem gefeuert worden, nachdem er in einem Podcast unter anderem über die Lokalisierungspolitik gesprochen hatte. Dies bestätigte er auf Twitter.

"Kolossale Geldverschwendung"

In dem rund einstündigen Podcast Part-Time Gamers versuchte Pranger aufgebrachten Fans zu erklären, warum manche Games nicht in Amerika und anderen westlichen Ländern veröffentlicht werden. Die Zielgruppe sei für manche japanische Spiele schlicht zu klein, um die hohen Ausgaben zu decken. Neben Synchronisationskosten fallen schließlich auch Aufwendungen für Werbung und dergleichen an. Als Beispiel nannte er das "sehr japanische" Spiel "Captain Rainbow".

"Wir wollen Geld machen, weshalb wir wissen, dass es kolossale Geldverschwendung wäre, das Spiel in diesem Markt zu veröffentlichen. Die Zielgruppe ist nicht groß genug. Personen mögen es nicht, wenn sie herausfinden, dass ihre Fangruppe zu klein ist, um die Kosten für ihr gewünschtes Spiel zu rechtfertigen", so Pranger.

Keine netten Worte über Konkurrenz

Warum Nintendo auf derartige Aussagen mit einem Rauswurf reagiert, ist nicht ganz offensichtlich. Schließlich handelt es sich bei den Informationen weniger um brisante Betriebsgeheimnisse, als um Entscheidungen eines Unternehmens, das im Sinne des Gewinnprinzips wirtschaftet.

Ein weiterer Grund könnte Prangers Aussage bezüglich des kommenden "Uncharted 4" für Sonys aktuelle Konsole sein. Diese enthält einen Hinweis auf interne Richtlinien des japanischen Unternehmens. "Es wird nicht von mir erwartet, nette Worte über unsere Konkurrenten fallen zu lassen."

Laut Polygon gibt es bisher keine Stellungnahme von Nintendo – außer, dass das Unternehmen den Vorfall nicht kommentieren wird und Chris das Beste für die Zukunft wünscht. (lmp, 17.8.2015)

  • Nintendo feuerte einen Mitarbeiter, nachdem dieser Hinweise auf interne Richtlinien verlauten ließ. Vor einem Jahr durfte sich zudem der Indie-Games-Boss nicht mehr in der Öffentlichkeit über Nintendo äußern, woraufhin er das Unternehmen verließ.
    foto: reuters

    Nintendo feuerte einen Mitarbeiter, nachdem dieser Hinweise auf interne Richtlinien verlauten ließ. Vor einem Jahr durfte sich zudem der Indie-Games-Boss nicht mehr in der Öffentlichkeit über Nintendo äußern, woraufhin er das Unternehmen verließ.

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