Parlamentswahl in Sri Lanka unter strengen Sicherheitsvorkehrungen

17. August 2015, 09:13
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Im Jänner abgewählter Ex-Staatschef Mahinda Rajapaksa kämpft um Comeback

Colombo – Im südasiatischen Inselstaat Sri Lanka haben am Montag Parlamentswahlen begonnen, von denen sich der langjährige Staatschef Mahinda Rajapaksa ein Comeback als Regierungschef erhofft. Die Wahllokale öffneten um 07.00 Uhr Ortszeit (03.30 Uhr MESZ) und sollten neun Stunden lang geöffnet bleiben.

Vor den landesweit mehr als 12.000 Wahllokalen standen in der Früh oft Hunderte Wähler Schlange. Der Urnengang, zu dem rund 15 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen waren, wurde von strengen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. 74.000 Polizisten und Paramilitärs waren nach offiziellen Angaben im Einsatz.

Kampf mit dem Nachfolger

Politische Beobachter rechnen damit, dass nach der Parlamentswahl eine Koalitionsregierung gebildet wird, da keine der Parteien die absolute Mehrheit gewinnen dürfte. Rajapakse bewirbt sich um eines der 225 Parlamentsmandate. Nachdem er im Jänner überraschend als Präsident abgewählt worden war, hofft er auf ein Comeback als Regierungschef.

Dies will sein Nachfolger und einstiger Schützling Maithripala Sirisena jedoch verhindern. Obwohl beide demselben Bündnis UPFA angehören, hat Sirisena sein Veto gegen Rajapaksa als Ministerpräsident angekündigt.

Erinnerungen an Bürgerkrieg

Rajapaksa verfügt zwar über breiten Rückhalt bei der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit, wird von Tamilen und Muslimen jedoch abgelehnt. Er hatte den Aufstand tamilischer Rebellen im Jahr 2009 nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg blutig beendet. Nach UNO-Angaben wurden gegen Ende des Krieges in Sri Lanka etwa 40.000 tamilische Zivilisten getötet.

Gegen enge Familienangehörige von Rajapakse laufen Korruptionsverfahren. Kritiker halten ihm daher vor, das Hauptziel seiner Kandidatur sei, sich parlamentarische Immunität für den Fall möglicher Ermittlungen gegen ihn selbst zu verschaffen. (APA, 17.8.2015)

  • Schon in der Früh bildeten sich vor den Wahllokalen in Sri Lanka lange Schlangen. Mit Ergebnissen wurde am Dienstag gerechnet.
    foto: apa / epa / m.a.pushpa kumara

    Schon in der Früh bildeten sich vor den Wahllokalen in Sri Lanka lange Schlangen. Mit Ergebnissen wurde am Dienstag gerechnet.

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