Ultraorthodoxe beschädigten Kunstwerke in Moskau

17. August 2015, 08:38
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Kunstwissenschaftler Daniil Dondurej sprach von verheerenden Folgen für die Branche

Moskau – Nach einer Attacke rechtskonservativer Aktivisten auf eine Kunstausstellung mit religiösen Motiven in Moskau haben Bürgerrechtler eine Bestrafung der Angreifer gefordert. Ohne eine Reaktion der Justiz würden die "Rowdys und Vandalen" als nächstes wohl in der berühmten Tretjakow-Galerie ihr Unwesen treiben, warnte Ljudmilla Alexejewa von der Moskauer Helsinki-Gruppe am Sonntag.

Der Kunstwissenschaftler Daniil Dondurej sprach von verheerenden Folgen für die Branche. Ausländische Museen würden sich nun zweimal überlegen, ob sie Werke nach Moskau ausliehen, und zudem würden die Versicherungssummen steigen. "Die Tat ist ein Tabubruch", sagte er.

Anhänger der als ultraorthodox geltenden Bewegung "Wille Gottes" hatten die Ausstellung am Freitagabend gestört und gefordert, die Schau müsse wegen Gotteslästerung geschlossen werden. Sie beschädigten der Agentur Interfax zufolge mehrere Werke. Die Ausstellung "Skulpturen, die wir nicht sehen" präsentiert inoffizielle Arbeiten aus der UdSSR der 1950er und 1960er Jahre.

Anhänger der Gruppe "Wille Gottes" hatten in der Vergangenheit die Todesstrafe für Gotteslästerung und Homosexualität gefordert. Sie halten Nähe zur russisch-orthodoxen Kirche, die als Machtstütze des Kreml gilt und sich als unanfechtbare moralische Instanz sieht. (APA, 17.8.2015)

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