Rapid erhebt sich aus dem Staub – 2:2 gegen Sturm

16. August 2015, 18:48
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Rapid verliert im Schlager bei Sturm Graz erste Punkte, feiert aber ein sehenswertes Comeback

Graz – Beste Abwehr gegen bester Angriff, Zweiter gegen Erster – freilich war da die UPC-Arena am Sonntag durch 15.300 Zuseher ausverkauft. Die bekamen zunächst zwei prominente Hütteldorfer nicht zu sehen. Kapitän Steffen Hofmann und Robert Beric, der sich ob seiner Grazer Vergangenheit beim Sturm-Anhang nicht allergrößter Beliebtheit erfreut und in bisher vier Ligaspielen gegen seinen Ex-Klub immerhin zweimal des Platzes verwiesen worden war, fehlten. Schließlich hatte Coach Zoran Barisic auch an den kommenden Mittwoch zu denken. Da geht es im Happel-Stadion zwecks Heimspiel des Playoffs zur Champions League gegen den ukrainischen Vizemeister Schachtar Donezk. Und dem tumben Teil des Sturm-Anhangs blieb ja noch Florian Kainz zum Abreagieren.

Die Gastgeber mühten sich sehr um Dominanz, wollten ihren Trainer Franco Foda bestätigen, der Rapid einen heißen Nachmittag versprochen hatte. Schließlich ist Sturm in Ligaheimspielen dieses Jahr noch ungeschlagen.

Elfmetergeschenk

Rapid verlor Stefan Stangl bald durch eine Adduktorenverletzung. Mario Pavelic ersetzte den Abwehrspieler, der wohl auch gegen Donezk fehlen wird. Am Ersatzmann lag es nicht, dass Sturm in Führung ging. Wohl lieferte sich Pavelic einen heißen Zweikampf mit Kristijan Dobras, dessen Fall im Staub des Strafraums sah aber nur Schiedsrichter Dieter Muckenhammer als Elfmeter. Anel Hadzic nahm das Geschenk an, verwandelte sicher (34.) zur 1:0-Führung Sturms.

Vermeintliche Vorentscheidung

Wenig später vergab Beric-Ersatz Philipp Prosenik die größte Ausgleichschance nach Vorarbeit von Louis Schaub (42.). Das letzte Wort vor der Pause hatte aber Sturm. Donis Avdijaj, schon davor eine wahre Heimsuchung für die Rapid-Abwehr, versetzte Max Hofmann nach Vorarbeit von Josip Tadic peinlich mühelos und netzte zur Vorentscheidung (45.)

Nach Seitenwechsel brachte Barisic zunächst Steffen Hofmann (55. für Stefan Schwab) und dann auch noch Beric (63. für Prosenik). Sturm wollte nur noch verwalten, Rapid fühlte sich auf dem tatsächlich skandalös schlechten Rasen plötzlich wohl. Zuerst rettete noch Lukas Spendlhofer bei einem Schuss von Philipp Schobesberger für seinen Goalie Michael Esser auf der Linie (69.). Doch kurz darauf schloss Beric eine für Sturm deutlich zu flotte Aktion nach Vorarbeit von Pavelic zum Anschlusstreffer ab (70.).

Sturm, das bis dahin nur zwei Ligatreffer kassiert hatte, fügte sich den Ausgleich dann selbst zu. Nach Eckball von Kainz traf Kapitän Michael Madl, im Bemühen, Beric an einem weiteren Treffer zu hindern, per Frisur selbst ins Tor. Sturm muss das sechste Heimremis en suite schließlich zur Kenntnis nehmen. (red, 16.8.2015)

Fußball-Bundesliga (5. Runde):

SK Sturm Graz – SK Rapid Wien 2:2 (2:0)
UPC-Arena, 14.876 Zuschauer, SR Muckenhammer.

Torfolge:
1:0 (34.) Hadzic (Elfmeter)
2:0 (45.+3) Avdijaj
2:1 (70.) Beric
2:2 (88.) Madl (Eigentor)

Sturm: Esser – Ehrenreich, Madl, Spendlhofer, Potzmann – Kamavuaka, Hadzic (60. Piesinger) – Schick (77. Gruber), Avdijaj, Dobras – Tadic (74. Edomwonyi)

Rapid: Novota – Auer, Sonnleitner, M. Hofmann, Stangl (8. Pavelic) – Petsos, Schwab (55. S. Hofmann) – Schobesberger, Schaub, F. Kainz – Prosenik (63. Beric)

Gelbe Karten: Hadzic, Ehrenreich, Potzmann, Avdijaj bzw. Schaub, Pavelic, Beric

  • Florian Kainz (links im Zeikampf mit Sturms Wilson Kamavuaka) bereitete gegen seinen Ex-Verein Rapids Ausgleich vor – eine Genugtuung nach mehr als 90 Minuten der wüsten Schmähungen in Graz.
    foto: apa/erwin scheriau

    Florian Kainz (links im Zeikampf mit Sturms Wilson Kamavuaka) bereitete gegen seinen Ex-Verein Rapids Ausgleich vor – eine Genugtuung nach mehr als 90 Minuten der wüsten Schmähungen in Graz.

  • Mit dem 2:0 für Sturm sah es gar nicht gut aus für Rapid.
    foto: apa/erwin scheriau

    Mit dem 2:0 für Sturm sah es gar nicht gut aus für Rapid.

  • Am Ende blieb für Sturm und Coach Franco Foda anstelle eines Sieges nur ein Remis.
    foto: apa/erwin scheriau

    Am Ende blieb für Sturm und Coach Franco Foda anstelle eines Sieges nur ein Remis.

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