Weicher Yuan drückt auf Italiens Luxus-Absatz

17. August 2015, 08:00
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Hersteller müssen Finanzberatern zufolge mit spürbaren Gewinneinbußen rechnen

Rund ein Fünftel der weltweiten Luxusgüter wird von Chinesen absorbiert. Und dabei hat "Made in Italy" eine führende Rolle inne. Für Unternehmen wie Salvatore Ferragamo, Prada, Tod's oder Geox hat sich China zu einem der wichtigsten Absatzmärkte entwickelt. Durch die Abwertung der chinesischen Währung befürchten die Unternehmen nun empfindliche Absatzeinbußen.

Vor allem jene Hersteller von Luxusgütern, die nicht in China produzieren, sind von der Währungskorrektur betroffen. Dazu gehört unter anderem die Mailänder Trendsetterin Miuccia Prada, die rund 15 Prozent ihres Umsatzes in China absetzt. Schuhhersteller Geox ist gerade dabei, seine Vertriebskette in China weiter auszubauen. Die Abwertung kommt ihm mehr als ungelegen.

Gewinneinbußen

Die Finanzberater der Bewertungsgesellschaft Exane rechnen in den Bilanzen der italienischen Luxushersteller im laufenden Jahr mit spürbaren Gewinneinbußen. Ferragamo, das Modemaison aus Florenz, exportiert mehr als ein Drittel seines Umsatzes nach Asien, beim Daunenjackenspezialisten Moncler sind es 34, bei der Schuhgruppe Tod's 23 Prozent.

Aber die Modegiganten befürchten nicht nur den Einbruch auf dem chinesischen Markt. In den Nobelboutiquen des Mailänder Luxusmodezentrums Monte Napoleone bestreiten die chinesischen Käufer bis zu einem Drittel des gesamten Umsatzes. Der schwache Yuan könnte zu einem abrupten Kaufeinbruch führen.

Auch russische Nachfrage eingebrochen

Dies wiegt umso schwerer, als in den vergangenen zwölf Monaten auch die wichtige Käufergruppe der Russen ihren Drang nach Luxus "Made in Italy" bremste und ihre Akquisitionen um ein Drittel zurückgingen. Vor diesem Hintergrund werden in Mailand die Appelle, die Russland-Sanktionen zu lockern, immer lauter.

Italien exportierte 2014 Waren im Wert von rund 36 Milliarden Euro nach China. Damit rangiert das Land auf Platz zehn in der Exportrangliste. Zu den wichtigsten Exporteuren zählen der Brillenkonzern Luxottica, die Stahlgruppe Danieli, das Kabelunternehmen Prysmian, der Reifenkonzern Pirelli und das Modehaus Prada. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, 17.8.2015)

  • Für Prada ist China ein wichtiges Exportland.
    foto: epa / daniel dal zennaro

    Für Prada ist China ein wichtiges Exportland.

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