Provinzminister bei Anschlag in Pakistan getötet

16. August 2015, 22:35
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Mindestens 16 Tote – Vierzig Tote bei Luftangriff auf Taliban

Islamabad – Bei einem Selbstmordanschlag in Pakistan sind ein Provinzminister und mindestens 15 weitere Menschen getötet worden. Ein Attentäter sprengte sich den Behörden zufolge am Sonntag nordwestlich der Hauptstadt Islamabad in die Luft.

Im Nordwesten des Landes nahe der afghanischen Grenze wurden inzwischen bei Luftangriffen der Armee auf radikalislamischen Taliban und andere Aufständische laut Armee 40 Extremisten getötet.

Dach eingestürzt

Der Selbstmordanschlag ereignete sich in dem Dorf Shadi Khan bei einem Treffen des Heimatministers der Provinz Punjab, Shuja Khanzada, mit Einwohnern in einem Gebäude, sagte ein Behördensprecher. Ein Attentäter habe sich vor dem Haus in die Luft gesprengt, worauf das Dach komplett eingestürzt sei und die Menschen im Haus unter sich begraben habe. Ein zweiter Attentäter habe sich in der Nähe des Ministers im Innern des Hauses befunden. Ob er seinen Sprengstoffgürtel zündete, war laut Polizei zunächst unklar. Insgesamt 22 Menschen wurden verletzt.

Zu dem Anschlag bekannte sich ein Sprecher einer Abspaltung der Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP). Die TTP Jamat-ul-Ahrar (Freiheitskämpfergruppe) habe den Anschlag als Rache für die Tötung einer ihrer Kommandanten verübt, teilte Ehsanullah Ehsan über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Dreitägige Trauer

Der 71-jährige Khanzada hatte sich in der Vergangenheit im Kampf gegen die Taliban und andere Extremisten in Punjab engagiert. Der einstige Oberst der Armee war seit 2002 im Parlament von Punjab und aktives Mitglied der Partei von Premierminister Nawaz Sharif. Die Regierung des Punjab rief ab Montag eine dreitägige Trauer für die Provinz aus.

Die pakistanische Armee griff unterdessen mutmaßliche Stellungen von Islamisten im Stammesgebiet Nordwaziristan an. Dabei seien 40 "Terroristen" getötet worden, teilte das Militär mit. Zudem wurden am Sonntag bei einem Schusswechsel an der pakistanisch-afghanischen Grenze fünf Menschen getötet.

Nach einem Massaker der Taliban im Dezember, bei dem mehr als 130 Kinder in einer Schule im Nordwesten des Landes ermordet wurden, hatte die pakistanische Regierung den Kampf gegen Extremisten verstärkt. Nach eigenen Angaben tötete das Militär seit Beginn seiner jüngsten Offensive mehr als 2.800 Islamisten. (APA, 16.8.2015)

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