Friedensgespräche im Südsudan sollen doch fortgesetzt werden

15. August 2015, 12:58
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Regierung fordert aber Einbeziehung abtrünniger Rebellen

Juba – Die Friedensgespräche für den Krisenstaat Südsudan sollen doch fortgesetzt werden, allerdings ohne Präsident Salva Kiir. Die Anstrengungen für Frieden würden "nicht beendet", sagte Präsidentschaftssprecher Ateny Wek Ateny am Samstag einer Nachrichtenagentur.

Ein ranghoher Mitarbeiter Kiirs hatte am Freitag die Gespräche für ausgesetzt erklärt und hatte dies mit der Aufspaltung des Rebellenlagers um den früheren Vizepräsidenten Riek Machar begründet. Internationale Vermittler hatten beiden Seiten eine Frist bis Montag für ihre Friedensgespräche gesetzt und Sanktionen angedroht.

Die regionalen Vermittler, die von US-Präsident Barack Obama unterstützt werden, hatten gehofft, dass Präsident Kiir vor Montag zu den Friedensgesprächen nach Addis Abeba in Äthiopien reisen würde, um dort ein Abkommen mit Machar zu unterzeichnen. Dem Sprecher zufolge soll nun Vize-Präsident James Wani Igga nach Addis Abeba reisen.

Die erst kürzlich gestarteten Gespräche waren am vergangenen Dienstag in eine Sackgasse geraten: Ranghohe Rebellenkommandanten sagten sich von Machar los, dem sie vorwarfen, alleine nach der Macht zu streben. Sie kündigten an, ein etwaiges Abkommen nicht anzuerkennen. Sprecher Ateny sagte nun, die Vermittler sollten die "Aufspaltung der Rebellen berücksichtigen". Für ein Friedensabkommen müssten alle Waffen schweigen. Die Kommandeure vor Ort müssten einbezogen werden.

Der blutige Machtkampf zwischen Präsident Kiir und seinem früheren Stellvertreter Machar war im Dezember 2013 eskaliert. Seitdem versinkt der schwach entwickelte Staat in einer Spirale der Gewalt, Zehntausende Menschen wurden bereits getötet. Viele Zivilisten wurden Opfer ethnisch motivierter Massaker und Vergewaltigungen. Schon mehrmals wurden unter internationalem Druck Waffenruhen vereinbart – nur um Tage oder schon Stunden später wieder gebrochen zu werden.

Obama hatte gewarnt, bei einem erneuten Scheitern der jüngsten Gespräche könnten die USA Sanktionen gegen den Krisenstaat verhängen. Mögliche Maßnahmen wären ein Waffenembargo, Kontensperrungen und Einreiseverbote. (APA, 15.8.2015)

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