Verbund erzeugt weniger Wasserkraft-Strom

15. August 2015, 09:50
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Bedarf trotz Trockenheit sichergestellt: Speicher- und thermische Kraftwerke springen ein – Speicheranlagen zu 70 bis 90 Prozent gefüllt

Wien – Wegen der trockenen Witterung hat der Verbund-Stromkonzern im Juli in seinen Wasserkraftwerken um mehr als 20 Prozent weniger Elektrizität erzeugt als sonst üblich. Dabei war die Produktion in den Anlagen an der Donau in letzter Zeit zeitweise um die 30 Prozent unter normal, während etwa der Inn im Normalbereich lag, die Drau in Kärnten sogar über den langjährigen Mittelwerten.

Natürlich bleibe die Trockenheit nicht ohne Auswirkung auf die Stromerzeugung an den Laufkraftwerken, vor allem an der Donau. Ein erzeugungsschwacher Sommer wie heuer – ähnlich wie zuletzt 2011 – sei für den Verbund als Kraftwerksbetreiber jedoch "nichts Außergewöhnliches", meinte der Verbund-Mediensprecher für den Bereich Erzeugung, Florian Seidl, zur APA. Und der Hochsommer sei bekanntlich generell eine schwache Zeit für die Stromerzeugung aus Laufwasserkraft. Im übrigen ist beispielsweise im Juli und August auch der Verbrauch geringer als in Wintermonaten.

Wasserspeicher gut gefüllt

Anders als etwa die ebenfalls unter dem Wassermangel leidenden Bereiche Agrar oder Schifffahrt könne die E-Wirtschaft jetzt auf andere Erzeugungsquellen ausweichen. "In dieser Zeit springen Speicher- und thermische Kraftwerke ein. Dank ausreichender Erzeugungskapazitäten im Bereich der Speicher- und Wärmekraftwerke ist der Elektrizitätsbedarf in Österreich sichergestellt." So seien etwa die Wasserspeicher für die Speicherkraftwerke "nach wie vor gut gefüllt" mit "zwischen 70 und 90 Prozent Füllstand".

Die Wasserkrafterzeuger seien von der Trockenheit wesentlich weniger betroffen als zum Beispiel aktuell die Betreiber kalorischer Kraftwerke in Polen, teils auch Frankreich und Deutschland. Diese würden Wasser nicht zur Erzeugung, sondern als Frischwasser-Kühlmittel im thermischen Erzeugungsprozess benötigen.

Flusskraftwerke weniger stark betroffen

Der niedrige Wasserstand in den Flüssen führe nicht im gleichen Ausmaß zu einem Rückgang der Stromerzeugung in Laufkraftwerken. "Da ein Flusskraftwerk nicht von der Wassermenge, sondern von der Fallhöhe an der Staustufe abhängt, wird der Effekt des Wasserrückgangs abgemildert", erläutert Seidl. "Denn durch den niedrigen Wasserstand unterhalb eines Kraftwerks erhöht sich wiederum die Fallhöhe. Damit verbessert sich die Energieausbeute und kompensiert die durchflussbedingten Verluste."

Im ersten Halbjahr hat der Verbund einen Wasserkraft-Erzeugungskoeffizienten von 1,03 aufgewiesen, die Wasserführung lag also um 3 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt. Wie es nach dem Juli mit über 20 Prozent Minus und der extrem trockenen ersten August-Hälfte weitergeht, ist noch offen – für die nächsten Tage ist in Österreich jedenfalls wieder etwas mehr Regen angesagt. (APA, 15.8.2015)

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