FC Bayern schenkt dem HSV fünfmal ein

14. August 2015, 22:24
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Perfekter Ligastart der Münchner gegen harmlose Hamburger in der Allianz-Arena – Müller in dem Geduldsspiel zweifacher Torschütze – Startelf-Debüt in der Liga für Michael Gregoritsch

München – Erst ging es ein bisschen zäh, dann wurde es doch noch das fast obligatorische Schützenfest: Bayern München hat mit David Alaba als Linksverteidiger in der Startelf seine Mission "Fantastische Vier" mit einem standesgemäßen 5:0 (1:0) gegen den Hamburger SV begonnen. Bei den Gästen feierte Michael Gregoritsch sein Startelf-Debüt in einem Pflichtspiel der ersten deutschen Liga.

Die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola, die mit der vierten deutschen Meisterschaft hintereinander Geschichte schreiben will, verdankte den am Ende ungefährdeten "Dreier" zum Auftakt der 53. Bundesliga-Saison einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit. Medhi Benatia (27.), Robert Lewandowski (53.), Thomas Müller (69., 73.) und Douglas Costa (87.) trafen für die Münchner gegen den offensiv harmlosen HSV.

Geduldsspiel

75.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena sahen eine gute Partie, in der die Bayern ihre Klasse zumindest andeuteten. Allzu viele Glanzlichter setzte der haushohe Titelfavorit aber (noch) nicht, das lag aber auch an den defensiv eingestellten Gästen, die lange die Geduld der Bayern strapazierten.

Mit 31:3 Toren hatte der FC Bayern seine letzten fünf Heimspiele gegen den HSV gewonnen, doch dieses Mal dauerte es ungewöhnlich lange, bis der Rekordmeister gegen den Bundesliga-Dino ins Rollen kam. Bezeichnend für das in der ersten Hälfte oft unstrukturierte Spiel der Bayern, dem beim 1:0 ein Freistoß vorausging. Benatia nutzte Xabi Alonsos Flanke per Kopf.

Auf den Tag genau 50 Jahre zuvor hatten die Bayern ihr erstes Spiel in der Bundesliga bestritten – und gegen den Lokalrivalen TSV 1860 verloren (0:1). Seitdem gewannen sie 24 ihrer 25 Meisterschaften. In dieser, ihrer 51. Saison im Oberhaus, wollen die Münchner als erster Klub viermal nacheinander den Titel holen. Um die Konkurrenz mit Pokalsieger VfL Wolfsburg an der Spitze abzuwehren, muss der FC Bayern aber dauerhaft so spielen wie nach dem Seitenwechsel.

Erst da trumpften die teuren Zugänge Arturo Vidal (37 Millionen Euro) sowie Douglas Costa (30 Mio.), die wie Arjen Robben in der Startformation standen, verstärkt auf. Costa sorgte mit seiner Flanke per Außenrist vor dem 3:0 für einen der Höhepunkte.

Die Bayern bestimmten das Geschehen, kamen aber zunächst seltener als gewohnt zum Abschluss. Das lag auch an der lange guten Organisation der HSV-Defensive, die erst in den letzten 25 Minuten zerbrach. Bis dahin stand Hamburg tief und kompakt, die Vierer-Abwehrkette wurde von weiteren fünf Mann beschirmt.

Alaba-Freistoß

Nach dem Seitenwechsel hatte Hamburg zunächst Glück, dass der bereits verwarnte Neuzugang Emir Spahic nach hartem Einsteigen gegen Lewandowski weiter mitmachen durfte (49.). Wenig später scheiterte Alaba noch mit einem direkten Freistoß an HSV-Torhüter Rene Adler (51.), zwei Minuten danach sorgte Bayerns Stürmerstar Robert Lewandowski mit dem zweiten Treffer des Abends aber für die Vorentscheidung. Damit war der Bann gebrochen. (sid, 14.8.2015)

  • Stark: Douglas Costa (li) und Thomas Müller.
    foto: reuters/michaela rehle

    Stark: Douglas Costa (li) und Thomas Müller.

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