Kurden rekrutierten Tausende für Kampf gegen IS

14. August 2015, 20:34
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YPG-Sprecher: Volksschutzeinheiten umfassen mindestens 40.000 Kämpfer – Beobachter gehen von mehr als 50.000 aus

Beirut – Die syrisch-kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) haben für den Kampf gegen die Jihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) Tausende neue Kämpfer rekrutiert. Ihre Zahl sei um 5.000 auf jetzt 40.000 gestiegen, sagte ein YPG-Sprecher am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

Auch nach Erkenntnissen der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachterstelle für Menschenrechte wuchs die Zahl der Kämpfer gegen die IS-Fanatiker in den vergangenen Monaten um 4.000 bis 5.000. Sie schätzt, dass die YPG insgesamt sogar über 50.000 Kämpfer verfügt.

Die kurdische YPG-Miliz konnte in Nordsyrien zwischen dem Fluss Euphrat und der irakischen Grenze nach eigenen Angaben das von ihr beherrschte Gebiet in diesem Jahr verdoppeln. Es hat demnach etwa die Größe von Niederösterreich.

Die Siege gegen die IS-Kämpfer gelangen auch, weil die USA die YPG bei ihrem Kampf mit Luftangriffen unterstützt. Vorrang habe nun die Verteidigung der gewonnenen Gebiete, sagte der YPG-Sprecher. Dies bedeute aber nicht, dass man gegen die IS-Jihadisten entlang der Front nicht vorgehen werde. "Angriff ist die beste Verteidigung."

Die türkische Regierung beobachtet die Entwicklung mit Argwohn, weil sie die Gründung eines kurdischen Staates befürchtet, der Gebiete in Syrien, im Irak und der Türkei umfassen könnte. Das NATO-Land will in Nordsyrien mit Hilfe gemäßigter syrischer Rebellen eine Pufferzone schaffen, aus der sowohl die IS-Extremisten als auch kurdische Kämpfer vertrieben werden sollen. (APA/Reuters, 14.8.2015))

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