Friedensgespräche im Südsudan geplatzt

14. August 2015, 18:40
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Regierungslager von Präsident Kiir zog sich aus Verhandlungen zurück – Ranghohe Kommandanten sagten sich von Rebellenchef Machar los

Juba – Auch der jüngste Anlauf zu Friedensgesprächen im Südsudan ist vorerst gescheitert. Das Regierungslager von Präsident Salva Kiir zog sich am Freitag aus den Verhandlungen zurück und begründete dies mit der Aufspaltung der Rebellen um Ex-Vizepräsident Riek Machar. "Wir setzen die Gespräche aus, bis die beiden Rebellengruppen ihre Differenzen überwunden haben", sagte ein Mitarbeiter Kiirs in Juba.

Regionale Vermittler hatten den Bürgerkriegsparteien mit Unterstützung von US-Präsident Barack Obama ein Ultimatum bis Montag gesetzt, um die Gewalt zu stoppen und ein Friedensabkommen zu schließen. Obama warnte, bei einem Scheitern der Gespräche könnten die USA Sanktionen gegen den jungen Krisenstaat verhängen. Mögliche Maßnahmen wären ein Waffenembargo, Kontensperrungen und Einreiseverbote.

Sackgasse

Die jüngste Gesprächsrunde war am vorvergangenen Donnerstag gestartet worden. Doch schon am Dienstag zeichnete sich eine Sackgasse ab: Ranghohe Rebellenkommandanten sagten sich von Machar los, dem sie vorwarfen, alleine nach der Macht zu streben. Sie kündigten an, ein etwaiges Abkommen nicht anzuerkennen.

Der blutige Machtkampf zwischen Präsident Kiir und seinem früheren Stellvertreter Machar eskalierte im Dezember 2013. Seitdem versinkt der schwach entwickelte Staat in einer Spirale der Gewalt, zehntausende Menschen wurden getötet. Schon mehrmals wurden unter internationalem Druck Waffenruhen vereinbart – nur um Tage oder schon Stunden später wieder gebrochen zu werden.

Beim jüngsten Anlauf lag der Entwurf für ein Abkommen auf dem Tisch, das die Bildung einer Übergangsregierung vorsieht, in der sich Kiir und Machar die Macht teilen. (APA, 14.8.2015)

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