Haftstrafe für Anbieter von gefälschter Giacometti-Skulptur

14. August 2015, 15:55
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Münchner Landgericht sprach Haftstrafe in der Höhe von zwei Jahren und zehn Monaten aus

München – Wegen des geplanten Handels mit einer gefälschten Skulptur des Künstlers Alberto Giacometti hat das Landgericht München den Anbieter zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Die Kammer sprach den Mann am Freitag wegen Urkundenfälschung und versuchten Betrugs schuldig, in das Strafmaß floss ein früheres Urteil ein. Ein zwischengeschalteter Kunsthändler erhielt 16 Monate Haft auf Bewährung.

Die Nachbildung der Skulptur "L'Homme qui Marche" war im Frühjahr 2009 mit gefälschten Herkunftsunterlagen für 350.000 Euro einem Interessenten angeboten worden. Aus dem Handel wurde letztlich nichts, schon allein wegen des geringen Preises konnte der Interessent an die Echtheit der Bronzefigur nicht glauben. Eine der beiden Original-Versionen des "L'Homme qui marche" kam beim Londoner Auktionshaus Sotheby's für 74,4 Millionen Euro unter den Hammer.

Nach dem Scheitern des Geschäfts landete die Nachbildung im Sommer 2009 wieder bei dem Mann, über den sie an den Münchner Anbieter gelangt sein soll. Der selbst ernannte Graf geriet beim Verkauf an einen verdeckten Ermittler des Landeskriminalamts Baden-Württemberg. Er wurde in Stuttgart wegen gewerbsmäßigen Betrugs mit falschen Giacometti-Skulpturen zu neun Jahren Haft verurteilt, sieben Jahre und vier Monate bekam ein Komplize. In dessen Lager fand die Kriminalpolizei mehr Figuren, als der 1966 verstorbene Künstler je geschaffen hat.

Alberto Giacometti gilt als teuerster Bildhauer der Welt. Die Bronzefigur "Zeigender Mann" wurde kürzlich für mehr als 141 Millionen Dollar versteigert – ein Auktionsrekord für Skulpturen. 500 solcher Kunstwerke soll der Schweizer maximal geschaffen haben. (APA, 14.8.2015)

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