Deutschland will Fracking-Forschung fördern

14. August 2015, 14:39
21 Postings

Zur Klärung der Auswirkungen auf die Umwelt – 4 bis 5 Millionen Euro pro Jahr möglich

Berlin – Die deutsche Regierung könnte künftig Forschungen für die umstrittene Fracking-Technologie fördern, wenn auch nur mit 4 bis 5 Millionen Euro pro Jahr. Falls Erdgas-Unternehmen nach dem Inkrafttreten der neuen Fracking-Gesetze eine Zulassung für Erprobungsmaßnahmen bekämen, sei die Bundesregierung bereit, "eine wissenschaftliche Begleitforschung" zu finanzieren.

Dies wurde in einer Antwort des Forschungsministeriums auf eine Anfrage der Linken an die Regierung erklärt. Die Begleitforschung solle zur Klärung der Auswirkungen der Technologie auf die Umwelt beitragen.

Linke kritisieren

Hubertus Zdebel, Obmann im Umweltausschuss der Linken im Bundestag, kritisierte die potenzielle Förderung als "indirekte Subventionierung der Energiekonzerne". Aus Fracking-Regionen "in den USA und anderswo" sei längst bekannt, dass Mensch und Umwelt dadurch "einem ungeheuren Risiko" ausgesetzt würden, erklärte Zdebel.

Beim Fracking werden Erdöl und Erdgas aus Lagerstätten gefördert, die mit den normalen Abbaumethoden nicht zu erschließen sind. Dazu wird eine Mischung aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst. Fracking ist sehr umstritten. Kritiker lehnen es ab und verweisen unter anderem auf Gefahren für das Grundwasser. Die Förderunternehmen und Teile der deutschen Wirtschaft setzen sich hingegen für Fracking ein. Sie sehen keinerlei Gefahren für Menschen oder die Umwelt.

Die Große Koalition aus CDU, CSU sowie SPD in Berlin will die Voraussetzungen für Fracking in Deutschland ändern und plant ein neues Gesetz. Eigentlich sollte die Entscheidung darüber schon vor der Sommerpause fallen, doch sie wurde auf Herbst verschoben. (APA, AFP, 14.8.2015)

Share if you care.