Unter der Kukulcán-Pyramide von Chichén Itzá liegt eine Höhle voller Wasser

14. August 2015, 11:45
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Forscher vermessen neuentdeckten Cenote, der das Gebäude eines – zum Glück fernen – Tages zum Einsturz bringen wird

Mexiko-Stadt – In den Ruinen der Maya-Stadt Chichén Itzá auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán haben Wissenschafter einen sogenannten Cenote unter der großen Kukulcán-Pyramide entdeckt. Die mit Wasser gefüllte Kalksteinhöhle sei bis zu 35 Meter lang und über 20 Meter hoch, teilte die Nationale Autonome Universität von Mexiko (UNAM) mit.

Zwischen dem Fundament der Pyramide und dem Cenote liegt eine etwa fünf Meter dicke Kalksteinschicht. Für die Vermessung wurden über Elektroden rund um die Pyramide elektrische Signale ausgesendet, die von Sensoren an anderer Stelle empfangen wurden. Aufgrund des unterschiedlichen Widerstands der verschiedenen Materialien im Boden und mithilfe eines bildgebenden Verfahrens konnten die Forscher ein Modell der Höhle anfertigen.

Einsturzgefahr nicht akut

In der Regel spricht man von einem Cenote, wenn die ursprünglich darüberliegende Höhlendecke eingestürzt ist und das wassergefüllte Loch freiliegt. Die Wissenschafter schließen nicht aus, dass dies eines Tages auch hier geschehen könnte – was den Tempel des Kukulcán zum Einsturz bringen würde.

"Die Struktur verändert sich mit der Zeit, weil das Wasser die Wände ausspült und die Höhle sich vergrößert", sagte der Geophysiker Rene Chavez. "Irgendwann könnte die Gesteinsschicht dünner werden und das Gebäude kollabieren. Das werden allerdings weder wir noch die Menschen in vielen Generationen erleben." (APA, red, 14.8.2015)


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Mitteilung der UNAM zur aktuellen Entdeckung (auf Spanisch, aber mit Fotos und Video)

  • Die Stufenpyramide mit dem Tempel des Kukulcán ist das Prunkstück von Chichén Itzá und ein Touristenmagnet.
    foto: reuters / victor ruiz garcia

    Die Stufenpyramide mit dem Tempel des Kukulcán ist das Prunkstück von Chichén Itzá und ein Touristenmagnet.

  • Vertreter der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko bei der Präsentation der Forschungsergebnisse.
    foto: ap photo / esteban felix

    Vertreter der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko bei der Präsentation der Forschungsergebnisse.

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