Frankreich macht sich über britische Angst vor "Baguette-Krise" lustig

14. August 2015, 10:56
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Urlaubssperren der Bäcker müssen erstmals nicht mehr gemeldet werden.

Paris/London – Berichte britischer Zeitungen über eine mögliche "Baguette-Krise" in Paris haben französische Medien zu ironisierenden Analysen der Versorgungslage in der französischen Hauptstadt animiert.

"Daily Mail", "The Telegraph" und andere britische Zeitungen verwiesen darauf, dass Pariser Bäcker erstmals seit mehr als 200 Jahre ihren Urlaub nicht bei der Präfektur melden müssen. Damit sollte in historischen Zeiten die Versorgung gesichert werden. Zitiert wurden Menschen in Paris auf der verzweifelten Suche nach gutem Baguette.

Regelung von 1790 wurde gekippt

Tatsächlich hat Frankreich ein Gesetz zur Vereinfachung administrativer Vorgänge verabschiedet, das eine entsprechende Regelung von 1790 kippte. Doch lässt sich auch im wegen Ferienzeit vergleichsweise wenig bevölkerten Paris problemlos gutes Baguette finden, auch in der knusprigeren "Tradition"-Variante. Möglicherweise ist der Weg aber einen Block länger als sonst.

"Le Monde" sah die Versorgung kaum gefährdet und verwies darauf, dass sich seit 1790 auch in Backtechnik und Versorgung einiges verbessert habe. Dominique Anract, Chef der Pariser Bäcker-Innung, wies im "Figaro" auf ein gegenteiliges Defizit hin: "Wir haben im August vor allem einen Mangel an Kunden." (APA, 14.8.2015)

  • Keine Spur von Baguette-Engpass in Paris.
    foto: reuters/vincent kessler

    Keine Spur von Baguette-Engpass in Paris.

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