NZZ.at unter Plan: Zürich dementiert 1.000 Abos nach erstem Halbjahr

14. August 2015, 10:10
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Nennt keine konkreten Zahlen – nur: "mehr"

Zürich/Wien – Als "Sorgenkind" beschreibt der Schweizer "NZZ"-Konkurrent "Tages-Anzeiger" das "Prestigeprojekt" "NZZ.at". Das kostenpflichtige Onlineportal für Österreich, gestartet Anfang 2015, liege "deutlich unter den Erwartungen", heißt es im Medienblog "Off the record" des "Tages-Anzeiger".

"Nicht gut", beschreibt der Blog die Lage. Warum das? "Ursprünglich strebte man im ersten Jahr 10.000 vollzahlende Abos an", erinnert der "Tagi". Und nach seinen Informationen hielt "NZZ.at" nach einem halben Jahr erst bei 1.000 Abos. Der Schluss: "Damit liegt 'NZZ.at' deutlich unter den Erwartungen." "NZZ"-CEO Veit Dengler habe sich "denn auch kürzlich an einem Mitarbeiterevent unzufrieden" gezeigt, aber keine Zahlen genannt.

"Mehr"

Das tut "NZZ"-Digitalchefin Anita Zielina ebenso wenig. Sie dementiert auf STANDARD-Anfrage die genannten 1.000 Abos nach einem halben Jahr. "Mehr" seien es, weiter präzisieren will sie das nicht.

Nach STANDARD-Infos ist jedenfalls korrekt, dass die Zahl der Abonnenten und Abonnentinnen unter den Zielen des Businessplans liegt – und damit wohl auch die wirtschaftliche Lage.

"Milchmädchenrechnung"

Als "Milchmädchenrechnung" weist Zielina eine Kalkulation der Schweizer "Handelszeitung" zurück, die Abo-Umsätze sehr grob auf das Jahr umrechnet, Kosten von Redakteuren schätzt, diese mit der Kopfzahl multipliziert und auf "ein Defizit von über einer Million" kommt. Falsch, erklärt Zielina.

"Zahlen nicht akkurat"

"Wir geben keine internen Abo-Zahlen bekannt und halten uns entsprechend bei der Kommentierung zurück", erklärt eine "NZZ"-Konzernsprecherin auf STANDARD-Anfrage. Aber: "Ich kann Ihnen sagen, dass die genannten Zahlen nicht akkurat sind."

Nach STANDARD-Infos arbeitet man an technischen Verbesserungen und am Themenbouquet – der "Tagi" schreibt von Reduzierung der "Phänomene" genannten Themenblöcke. Im Oktober soll es einen Relaunch der Seite geben. (fid, 14.8.2015)

  • Screenshot: NZZ.ch – 14.8.2015.
    foto: screenshot/nzz

    Screenshot: NZZ.ch – 14.8.2015.

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