Britischer Arbeitgeberpräsident: "Niemand will Games von pickeligen Nerds"

Bericht14. August 2015, 10:56
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John Cridland offenbart in einem Interview Vorurteile gegenüber der Computerspielbranche

Der Chef des britischen Arbeitgeberverbandes (CBI) John Cridland hat jüngst in einem Interview mit "The Independent" bewiesen, dass die Videogame-Branche nach wie vor mit althergebrachten Klischees zu kämpfen hat.

Der Computerspielsektor gehört laut Cridland heute zu den am schnellsten wachsenden Industrien in Großbritannien, weshalb man zahlreiche weitere Entwickler brauche. Wie diese am besten aussehen sollten, ist für den Verbandschef ebenso klar: "Wir brauchen zusätzliche Programmierer. Dutzende und Aberdutzende von ihnen. Aber niemand will ein Game spielen, das von pickeligen Nerds designt wurde. Wir brauchen Personen mit künstlerischem Talent", so der CBI-Präsident.

Förderung von künstlerischen Aspekten

Zur Förderung eines künstlerischen Zugangs will er deshalb die zusammenfassende Fachbezeichnung "STEM" (Science, Technology, Engineering, Maths) um ein A für "Arts" erweitern. "STEAM", nicht zu verwechseln mit der Gaming-Plattform, soll Schülern helfen, ihr kreatives Potenzial zu entfalten. Auch bei Studierenden würde er es begrüßen, wenn diese Kunst und technische Fertigkeiten miteinander kombinieren würden.

Von weiteren künstlerischen Einflüssen kann das Medium gewiss immer profitieren, dem britischen Arbeitgeber-Chef scheint dabei aber entgangen zu sein, dass Games bereits in vielen Genres breit aufgestellt sind und es mit Werken wie jüngst "Everybody's Gone to the Rapture" auch nicht an künstlerischen Aspekten in der Branche mangelt. (lmp, 14.8.2015)

  • John Cridlands Aussagen dürften für viele Spielentwickler ein Schlag ins Gesicht sein. Versucht sich die Branche doch seit einigen Jahren schon immer mehr von alten Klischees zu emanzipieren.
    foto: ap photo / warner bros.

    John Cridlands Aussagen dürften für viele Spielentwickler ein Schlag ins Gesicht sein. Versucht sich die Branche doch seit einigen Jahren schon immer mehr von alten Klischees zu emanzipieren.

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