Taschengeld ist wichtig für Ihr Kind – aber es braucht Regeln

Blog14. August 2015, 15:00
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Wie Kinder und Jugendliche den Umgang mit Geld erlernen können, um später als Erwachsene ohne Probleme damit umgehen zu können

Lara (14), Oliver (12), Anna (8) und Lukas (5) beklagen sich ständig bei ihren Eltern, dass sie zu wenig Taschengeld bekommen. Sogar der Jüngste möchte schon sein eigenes Geld haben. Doch die Eltern haben gemeinsam beschlossen, ihren Kindern erst ab dem Schuleintritt Taschengeld zu geben. Lukas hat derzeit noch die Möglichkeit, den Umgang mit Geld spielerisch zu erlernen. Er darf zum Beispiel beim Einkaufen bezahlen oder hin und wieder etwas um einen Euro kaufen.

Häufige Diskussionen um das Taschengeld gibt es wohl in jeder Familie. Entweder ist es den Kindern und Jugendlichen zu wenig, oder es stört sie, dass sie nur einmal in der Woche oder im Monat Geld bekommen. Manche denken, dass ihre Freundinnen und Freunde viel mehr Geld bekommen, und empfinden dies als ungerecht.

Es ist wichtig, dass Kinder bereits frühzeitig den Umgang mit Geld üben. Doch wie viel und ab wann ein Kind oder ein Jugendlicher Taschengeld bekommen soll, entscheiden die Eltern. Die Entscheidung ist natürlich auch abhängig von der Anzahl der Kinder, die Taschengeld bekommen, und der finanziellen Situation der Familie.

Regeln aufstellen

Sobald Kinder Taschengeld bekommen, müssen auch einige Regeln aufgestellt werden. Diese sollten die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern vereinbaren. Etwa wann das Geld ausbezahlt wird oder wie viel das Kind in der Woche oder im Monat bekommt. Bei Jugendlichen ist zu überlegen, ob sie das Geld auf ein Habenkonto – also ohne Überziehungsrahmen – eingezahlt bekommen. Damit wird der Umgang mit einem eigenen Konto und einer Bankomatkarte geübt.

Das eigene Geld ausgeben

Mit dem Geld, das ein Kind bekommt, darf es – bei für Kinder geeigneten Produkten – kaufen, was es möchte. Kleinere Kinder werden am Anfang Hilfe brauchen. Trotzdem sollen Kinder ihre eigenen Lernerfahrungen machen dürfen. Meist versuchen sie so schnell als möglich das Geld auszugeben, da Einkaufen Spaß macht. Als Mama oder Papa ist man hier gefordert, es auszuhalten, wenn das Kind sein Taschengeld auf einmal ausgibt. Hier wird es hilfreich sein, nachher darüber zu sprechen, wie das Kind sein Geld noch anders einsetzen könnte.

... einteilen

Spätestens wenn nach Ende des Gelds noch ganz viele Tage übrig sind, wird das Kind bemerken, dass es sinnvoll ist, sich sein Geld einzuteilen und genauer zu überlegen, was es damit kaufen möchte. Wichtig ist auch die Erfahrung, dass es nicht einfach so zusätzliches Geld gibt. Die Bezugspersonen müssen sich an die Vereinbarungen halten. Nur so kann das Kind den sorgsamen Umgang mit dem eigenen Geld lernen.

... ansparen

Für die Erfüllung großer Wünsche muss es also zu sparen beginnen. Eine nette Spardose oder ein eigenes kleines Sparschwein sind hier hilfreich. Meist hilft es dem Kind auch, gemeinsam mit Ihnen zu überlegen, was sein großer Wunsch kostet. Machen Sie doch gemeinsam einen Plan, wie lange es notwendig ist, das Taschengeld zu sparen, um sich das Gewünschte kaufen zu können. "Taschengeldvorschüsse" sind nicht sinnvoll, da das Kind meist nicht den Überblick behalten kann, wann es was bekommen hat, und dadurch die Regelmäßigkeit des Taschengelds verloren geht.

Es kann aber für das Kind durchaus ein Anreiz sein, sich Geld im Kleinen dazuzuverdienen, indem es zum Beispiel kleine Dienste im Haushalt übernimmt. Etwa Zimmer aufräumen, Geschirrspüler ausräumen, Mist entsorgen, Staubsaugen oder Haustiere versorgen. Jugendliche können, um erste Arbeitserfahrungen zu machen, im Sommer einen Monat lang einen Ferialjob übernehmen, um so ihr Taschengeld etwas aufzubessern.

Ihre Erfahrungen?

Welche Erfahrungen haben Sie als Eltern mit dem Taschengeld für Ihre Kinder und Jugendlichen gemacht? Ab wann geben Sie Ihren Kindern Taschengeld? Posten Sie Ihre Erfahrungen, Fragen und Ideen im Forum! (Andrea Leidlmayr, Christine Strableg, 14.8.2015)

  • Kinder sollen ihre eigenen Lernerfahrungen mit Geld machen dürfen.
    foto: apa/dpa/patrick seeger

    Kinder sollen ihre eigenen Lernerfahrungen mit Geld machen dürfen.

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