Goldie: Drum 'n' Bass für Dentisten

13. August 2015, 15:23
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Ein DJ-Innovator aus den Neunzigern bespielt am Samstag die Pratersauna. Goldie wusste sich stets auch abseits der Musik zu inszenieren

Wien – Mitte der Neunzigerjahre galt Goldie für eine kurze Zeit als einer der lässigsten Vögel des internationalen Musikgeschäfts. Das Album Timeless (1995) ebnete dem Drum 'n' Bass den Weg in die britischen Albumcharts. Clifford Joseph Price, so Goldies bürgerlicher Name, gab mit äußerster Sicherheit den exotischen Charismatiker aus den Untiefen der Londoner Klublandschaft. Seine metallen schimmernden Beißerchen rundeten das Bild des wilden Kreativen, dessen Spielplatz die urbane Brache ist, stimmig ab.

Doch wenn schon Imagebildung, dann richtig. In Sachen Partnerwahl wurde ebenso reichlich Klischeepflege betrieben: Goldie und Björk als außerirdisches Traumpaar der Popkultur. Überhaupt ist der Mann, um den es nach der Jahrtausendwende musikalisch tendenziell ruhiger wurde, in erster Linie ein Vermarktungsgenie. Als Mr. Bull glänzte er im Bond-Streifen Die Welt ist nicht genug. Als ein britisches Unternehmen vor wenigen Jahren um den Ankauf von Zahn- und Schmuckgold warb, streckte er neben Kollegen wie MC Hammer das Gebiss werbewirksam in die Kamera. Der Mann hat Humor. Morgen, Samstag, ist Goldie als DJ in der Wiener Pratersauna zu Gast. (lux, 13.8.2015)

15. 8., Pratersauna, 0.00 Uhr

  • Clifford Joseph Price alias "Goldie" schaffte es Mitte der Neunziger aus den Untiefen der Londoner Klubs in die Charts. Heute malt der DJ auch Bilder.
    foto: goldie

    Clifford Joseph Price alias "Goldie" schaffte es Mitte der Neunziger aus den Untiefen der Londoner Klubs in die Charts. Heute malt der DJ auch Bilder.

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