Ford Mustang: Männer, die auf Ponys stehen

19. August 2015, 11:57
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Dieser Tage kommen die ersten neuen Ford Mustangs nach Österreich. Wir schnappten uns einen von ihnen, cruisten zwischen Wienerwald und Neusiedler See und ließen uns vom V8-Sound in eine andere Welt entführen

Wem, der wirklich Benzin im Blut hat, ist denn da nicht fast das Herz gebrochen, als Jerry Lee dem Mustang den Spiegel abriss? Sie wissen schon: Mein Partner mit der kalten Schnauze. James Belushi als Polizist Mike Dooley. Der Schäferhund Rando als Jerry Lee. Beide kämpfen sehr eigenwillig gegen die Drogenkriminalität.

Im Grunde ist es ein Familienfilm. Ein bisserl Romantik, viel Hund und ein Ford Mustang Convertible. Wer den Film wegen der Handlung anschaut, ist selbst schuld. Wegen des Hundes, ja, vielleicht, aber der wahre Held des Films ist natürlich der Mustang.

Filmfehler

Der wechselt im Film übrigens mehrmals. Ein Filmfehler. Das eine Mal fährt Dooley einen Convertible von 1964, das andere Mal einen von 1966. Ein Leckerbissen für Mustang-Fans, denn äußerlich sind die beiden Modelle kaum zu unterscheiden. Aber innen, am Bandtacho des Ford Falcon etwa, kann man den 64er-Mustang vom 66er-Modell, das dann die Rundinstrumente erhielt, unterscheiden.

Ein ähnlicher Fehler trat in Misery auf, der Verfilmung des Romans Sie von Stephen King. Dort heißt es, Paul Sheldon fahre einen 65er-Mustang. Im Film sieht man aber ein 66er-Modell.

Cannonball

Im neuen Mustang GT, durch den Wienerwald cruisend, kommen einem gern einmal die Gedanken aus. Das kernige Blubbern aus dem 5.0-V8-Motor, das einem das Benzin im Blut, die Synapsen im Gehirn reinigt, tut seinen Teil dazu. Cannonball, mit David Carradine, fällt uns ein. Ein illegales Rennen. Das wäre was. Doch schon beim ersten Radarkasten ist die Idee nicht mehr so gut, und wir enden wieder gach in der Realität.

Der Mustang war immer ein begehrtes Filmauto. Wurscht, wie hässlich der Wagen wurde – etwa in den 2000er-Jahren. Jetzt blüht er wieder auf, lässt die Ära der Ponycars, die er vor rund 50 Jahren begründete, neu aufleben. Endlich ist es Ford wieder gelungen, einen echten Mustang zu bauen: scharf designt, mit grolligen 422 PS und – he – auch noch agil.

Performacepaket serienmäßig

Wenn der Mustang nämlich nach Europa kommt, dann immer mit dem Performancepaket samt Sportfahrwerk. Dazu gibt es vier wählbare Fahrmodi von "Misery Clear Creek County Schnee" bis hin zu "Cannonball".

Besonders mit Augenmerk auf Europa bietet Ford den Mustang auch mit 2,3-Liter-EcoBoost-Turbo-Vierzylinder mit 317 PS an.

Wer da jetzt milde lächelt, irrt. Die rund 70 Kilogramm, die der Vierzylinder-Turbo leichter ist als der V8, merkt man in jeder Kurve. Schwer ist der Mustang so oder so, aber mit dem kernigen und kräftigen EcoBoost geht das Ponycar einfach noch spitzer, böser ums Eck. Und solche gibt es zwischen Wienerwald und Neusiedler See in traumhafter Auswahl.

Kulisse und Wagen wären eh eine cineastische Kombination. Simon Brenner im schlanken EcoBoost-Convertible auf der Jagd nach einem Aaldieb. Oder Falt Groschen im ebenbürtig fetten V8 gibt sich eine Verfolgungsjagd mit einer Reblaus. Nur Simon Polt, der kann mit dem Mustang nichts anfangen. Der schiebt höchstens einmal ein Bonanzarad durchs Bild. (Guido Gluschitsch, 19.8.2015)

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Ford

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • Fünf Liter Hubraum. Acht Zylinder in V-Stellung. Das heißt mächtig Vortrieb und ein Permanentdonnern aus den Endrohren des Ford Mustang.
    foto: ford

    Fünf Liter Hubraum. Acht Zylinder in V-Stellung. Das heißt mächtig Vortrieb und ein Permanentdonnern aus den Endrohren des Ford Mustang.

  • Der Mustang kommt als Fastback oder Convertible, also Coupé oder Cabrio auf den Markt, mit V8- oder Turbo-Power. Jedenfalls aber zu einem erstaunlich günstigen Preis von maximal 65.000 Euro.
    foto: ford

    Der Mustang kommt als Fastback oder Convertible, also Coupé oder Cabrio auf den Markt, mit V8- oder Turbo-Power. Jedenfalls aber zu einem erstaunlich günstigen Preis von maximal 65.000 Euro.

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