Ilija Trojanow: Verrat, wie lautet dein Name?

15. August 2015, 17:00
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Der Widerständler Konstantin und der Apparatschik Metodi liefern sich in Bulgarien einen Kampf um Leben und Gedächtnis, der ein halbes Jahrhundert andauert: Vorabdruck aus dem neuen Roman "Macht und Widerstand"

Beim ersten Mal kommt Geschichte tragisch daher, beim zweiten Mal absurd, beim dritten Mal tragisch und absurd zugleich.

Miltscho Minkow, Hobbyphilosoph und Amateurhenker aus Panagjurischte

KAPITEL 1 – 1999 ERZÄHLT

Ging früher einer fremd, galt er als sittlich verkommen. Böser Mann, böser kleiner Mann. War's einer aus der Partei, so hieß es, er habe einen Fehler begangen. Unbedacht, kann ja mal passieren. Verführte ein Bonze die Tochter eines Arbeiters, klopften ihm die Genossen auf die Schulter. Du Schlingel du. Und sammelte einer der Oberen Liebschaften wie Orden, wurden seine Verführungskünste bewundert. Das war früher. Heute ist die Moral an den Dollar gekoppelt.

Ein grandioses Zeitalter läuft aus in vollen Touren, und die Wassermelonen, aufgeschnitten am Straßenrand, glänzen wonnevoll. Dem Einfallsreichtum der Verkäufer höchstes Lob: zwei Tropfen Urin in die Melone gespritzt, und schon reift sie prallrot, diese Traummelone. Was für eine elegante Lösung, zeitgemäß effizient statt der umständlichen und langwierigen Pfropferei von einst. Mühsam mussten die Altvorderen Schweine mit Tausendfüßlern kreuzen, zur Ankurbelung der Schweinshaxenproduktion. Mitschurin, du Held jeder Tafelrunde, wie ist dir bloß ein rostresistenter Traktor gelungen? Simpel, aber raffiniert, mit der Kartoffel gekreuzt ...

Posaunen und Fanfaren sind passé, Hupe und gestreckter Mittelfinger en vogue, die Reifen zu beiden Seiten des Mittelstreifens, im Rückspiegel Überflüssiges, im Straßengraben ein ölverschmiertes Kopftuch, Brocken selbstgebackenen Brots, eine faulige Zwetschge und ein Passat, Baujahr 1977, erworben im Industriegebiet einer westdeutschen Kleinstadt von einem Studenten der Nationalökonomie, der sich im Ausland von mitgeführten Konserven ernährte, ein grüner Variant, der bis vor einer Stunde gute Dienste geleistet hat, ein Relikt aus Mangelzeiten, die Taschen stehen neben dem geöffneten Kofferraum, im Warten geht es weiter. Schade wirklich, dass dieses Jahrhundert sich dem Ende zuneigt. Bleibt denn noch Zeit für eine Reprise, für eine letzte Gelegenheit, den Rotz aus der Nase zu blasen?

Keine Wehmut bitte, die Voraussagen fürs nächste Säkulum sind blendend, es gibt keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen, alle Batterien und Akkus sind vollgeladen. Im Kreis Sewliewo schleicht eine alte Frau mit einem Kassettenrekorder aus dem Haus. Wie jede Nacht seit zehn Jahren. Zitternd hält sie das Gerät vor die Brust, sie drückt auf die Aufnahmetaste, sie achtet darauf, keinen Laut von sich zu geben, keinen Seufzer, kein Stöhnen, um die Stimmen nicht zu stören. Ihr Bruder wurde abgeholt, in den grauen Morgenstunden, er ist nicht zurückgekehrt. Er spricht zu ihr, dessen ist sich die Frau sicher. Er war gesellig, ihr verschwundener älterer Bruder, er hat Gefährten um sich geschart, die ebenfalls ungehört blieben, würde seine Schwester nicht jede Nacht mit dem Kassettenrekorder in der Hand im Hof stehen, so reglos es ihr nur möglich ist, um die Stimmen nicht zu verschrecken, die so lange stumm geblieben sind. Einmal im Monat hält ihr Sohn vor dem knarzenden Haus, steigt die Stufen hinauf, in der Linken eine Plastiktüte voller Leerkassetten. Er bleibt nicht lange, er hat keine Zeit, von dem Strudel zu kosten, den sie für ihn gebacken hat. Sie wickelt ein großes Stück in ein Küchenhandtuch ein, für die Heimfahrt, er schlingt es hinunter beim Tankstopp. Wenn die Frau tagsüber die nächtlichen Aufnahmen abspielt, in der Küche, dem einzig beheizten Raum im Winter, die Füße in dicken selbstgestrickten Socken, hört sie keine Stimmen. Früher bewahrte sie die Kassetten in einem Schrank auf, der sich absperren lässt. Der Schrank ist längst voll. Sie schließt die müden Augen und wartet auf die nächste Nacht.

Manche der Flitzenden verkrampfen sich hinter dem Lenkrad, andere steuern ihr Gefährt mit Daumen und Raucherhusten. Nur wer durch getönte Fensterscheiben auf Hindernisse blickt, wird diese aus dem Weg räumen. Es gibt eingefrorene Gesichter, es gibt Gesichter, die wirken wie zu heiß gewaschen, das Gesicht des Gefängnisdirektors etwa, der sich dienstbeflissen der Aufgabe widmet, Journalisten zu empfangen. Unter dem rechten Auge ein Bluterguss, das linke Auge zuckt. Einer der Journalisten fragt:

"Sie haben schon in der alten Zeit hier gedient?"

"Nein."

"Seit wann arbeiten Sie hier?"

"Erst seit 1980."

"Das war doch die alte Zeit?"

"Nein, die war davor."

"Davor?"

"Ja, in den 50ern."

Sind sie nicht entzückend, diese Menschentiere? Jedem von ihnen einen Schnaps, großzügig eingießen und gut die Karten mischen, gezinkt wird früh genug.

"Nun mal ehrlich, unter uns, was habt ihr mit den Leichen ... damals?"

"Wurden irgendwo verscharrt, nicht auf unserem Gelände, wo denkt ihr hin, hinter dem Gefängnis irgendwo, gibt keine Unterlagen bei uns, ich war ja noch nicht da, mehr wissen wir auch nicht, irgendwann werden beim Umgraben Schädel auftauchen."

Die Journalisten fahren weiter, nach Prawez, zu einer internationalen Konferenz über Humor und Herrschaft, kostensparend, zwei Hasen mit einem Schuss erlegen. Sie sind ausgelassen, der matschige Winter ist vergangen, sie haben noch eine gute Portion Leben vor sich, die Sanduhr oben und unten gleichermaßen voll. Weil sie früher nicht auffällig geworden sind, können sie heute mitmischen, vorsichtig versteht sich, weiterhin auf leisen Sohlen. Da kommt die spritzige Erinnerung an die Eröffnung des Halbleiterwerks gerade recht, just in jenem Dorf namens Prawez, das sie alle zu einem Städtchen aufphrasiert haben, zu Beginn ihrer schlampig formulierten Karriere. Generalsekretär Ziwkow – letzthin staatsmännisch zu Grabe getragen, die Journalisten waren anwesend, sie haben ein ausgewogenes Resümee gezogen – gab seinem Heimatdorf die Ehre:

"Es ist mir eine außerordentliche Freude, dieses wichtige, dieses äußerst wichtige Werk am heutigen Tag an diesem Ort zu eröffnen. Und ich verspreche euch, Genossinnen und Genossen, heute sind's nur Halbleiter, doch morgen schon werden wir ganze Leiter produzieren."

Die Journalisten lachen über die Erinnerung an einen wagemutigen Scherz, das Fenster offen, wer sie überholt, ohne mitzulachen, der kennt den Witz zur Genüge oder hat ihn nicht verstanden.

"Nein, nein. Der geht besser. Ziwkow hält eine Jubiläumsrede: 'Heute ist ein Fünftel der Welt sozialistisch, doch ich schwöre euch, bei Marx, Engels und Khan Krum, bald wird's ein Zehntel der Welt sein.'"

Der Lastwagen vor ihnen keucht.

"Ausgleich, mein Lieber. Gerechtes Unentschieden. Da fällt einem die Wahl richtig schwer."

Qual der Qual.

In einer Wohnung im vierzehnten Stock in einer Trabantenstadt in einem Satellitenstaat. Der Preis: früher zehn Jahre Wartezeit, heute zehntausend Dollar. Ausblick auf unzählige Plattenbauten. Nach Norden hin die Ausläufer des Plana-Gebirges, im Süden der kapitale Berg, an seinen Hängen eine Villa, digital befestigt, Sicherheit am Bau. Hier werden die Chrysanthemen mit Bauernschläue bewässert. Eine enge Wohnung, eine geräumige Villa. Zwei alte Männer, die alle Quittungen des Lebens aufbewahrt haben. Im Kopf abgespeichert, abgelegt in den Akten. Die Sterne am Himmel ein Zerrbild, im Spiegel ein entglittenes Gesicht.

Das Jahrhundert schmilzt dahin, unter der Zunge klebt ein Streifen bitteren Bonbons, lieb Vaterland, eine Leiter ohne Sprossen, du Paradies auf Erden, unter Bockshornklee harren Leichen der Lüftung, deine Pracht kennt keine Grenzen, ein Haufen mit Urin aufgespritzter Melonen und am Wegrand Menschen im Schweiße ihrer Verzweiflung. Wir aber flitzen weiter. Ja nicht anhalten.

KAPITEL 2 – KONSTANTIN

Verrat, wie lautet dein Name? Deine Adresse, deine Kragenweite? Beziehst du Rente? Wirst du dich jemals zur Ruhe setzen? Schreibst du an deinen Memoiren? Wie viele Kielkröpfe hast du in die Welt geworfen? Hast du ihnen beigebracht, alles und jeden zu verraten?

Es gibt Tage, an denen reicht der Wasserdruck nicht bis in den vierzehnten Stock hinauf. Es tröpfelt aus dem Hahn. Die Plastikeimer sind vorsorglich gefüllt, der Kühlschrank ist voller Wasserflaschen. Aufs Duschen kann ich vorübergehend verzichten. Die Verhältnisse haben selten meiner Verfassung entsprochen. Vom Küchenfenster aus sehe ich den Zeitungskiosk, daneben die Bushaltestelle, gegenüber die kleine Brücke über den Kanal zum Markt. Sobald morgens das Gitter des Kiosks hochgeht, ziehe ich Hose, Jacke über den Pyjama, hinunter, hinaus, wähle meine Lektüre, jeden Morgen leicht variiert. Zwei Zeitungen pro Tag kann ich mir leisten. Beim Kauf einer dritten muss ich mich beim Abendessen einschränken. Das fällt mir nicht schwer, Entbehrung ist eine Frage der Übung. Eine Schale Joghurt, eine Scheibe Brot, das genügt mir. Meist wähle ich 24 STUNDEN + STANDARD, gelegentlich ARBEIT + POLITIK, seltener WORT + DEMOKRAZIJA. Oder KAPITAL. An Auswahl kein Mangel, mehr Zeitungen als Informationen.

"Sie brauchen die Zeitung nicht wegen eines einzigen Artikels zu kaufen, Bai Konstantin, das ist doch Verschwendung."

Der Kioskbesitzer blickt auf die aufgeschlagene Zeitung in meinen Händen, deutet auf die Sitzbank der Bushaltestelle. Seine Einladung ist eine kleine Geste des Großmuts, sie berührt mich unangenehm. Von früh bis spät hockt er in seinem wohlgeordneten Kiosk, dicht von Nachrichten umgeben, die ihm nichts bedeuten außer als Überlebensmittel. Die Ränder unter seinen Augen haben sich in letzter Zeit eingedunkelt. Ich lehne dankend ab. Das käme mir wie Ausnutzung vor, auch er muss jeden Lew umdrehen.

Bei einer Tasse Kräutertee, sieben Minuten gezogen (das letzte Geschenk meines Bruders war eine Küchenuhr), blättere ich die Zeitungen durch, jeden Morgen mit Widerwillen. Politik hat mich von jeher angewidert. Auch wenn ich mich ein Leben lang damit beschäftigen musste. Wer in einer Zelle Das Kapital sieben Mal durchgearbeitet hat, mit klecksendem Kugelschreiber, träumt von Zeiten, in denen es solcher Werke nicht mehr bedarf. Als Häftling hatte ich keine andere Wahl, als die "Klassiker" zu studieren, so wie der Teufel das Evangelium. Das Dämonische daran? Die Demaskierung ihrer Heiligen!

Die Zeitungslektüre dauert nicht lange. Ich weiß, wonach ich suche; alles andere blende ich aus. Zwischen den Zeilen lesen wird dies gemeinhin genannt, von jenen, die zwischen den Zeilen schreiben. Die Messung des Schattens, den Polemik und Propaganda werfen, ermöglicht Rückschlüsse auf den Stand der Sonne. Wer dieses Verfahren beherrscht, kann sich als Häftling präziser informieren als die Freien, denen die Schlagzeilen zugefächelt werden, ein angenehmes Lüftchen. Zum Frühstück (ein Stück Schafskäse, einige dicke Scheiben Weißbrot, im Sommer etwas Wassermelone, einige Zwetschgen oder Aprikosen, sonntags ein gekochtes Ei) höre ich im Radio die Acht-Uhr-Nachrichten, danach die Presseschau, gefolgt vom Tagesthema. Bei bedeutenderen Parlamentsdebatten schalte ich den Fernseher an. Eigentlich ist nichts in diesem Land von Bedeutung, außer man glaubt (so wie ich, aus Gewohnheit, aus Sturheit), dass sich in jedem Ausschnitt, mag er noch so nebensächlich sein, etwas Wesentliches spiegelt.

Derart geordnet vergeht die Zeit. Ich weiß nicht, womit die anderen ihre Tage ausfüllen. Wenn wir zusammenkommen, einmal die Woche, Mittwochvormittag, fällt es mir zu, die jüngsten Entwicklungen zu analysieren. Nicht jeder findet sich im Spiegelkabinett des Politischen zurecht. Die anderen streiten meist aus Unkenntnis, widersprechen mir mit unbedachten Argumenten. Sie wollen beweisen, dass sie einen eigenen Kopf haben, ohne ihn zu benutzen. Eine weit verbreitete Malaise. Wir teilen uns eine mitgebrachte Flasche selbstgebrannten Rakija. Einige von uns (nicht viele) bestellen beim Wirt einen kleinen Kaffee. Er serviert ihn mit zwei in dünnem Papier eingewickelten Zuckerwürfeln. Früher stand ein Zuckerstreuer auf dem Tisch. Am Ende unserer wortreichen Vormittage war der Zuckerstreuer leer. Der Wirt würde uns nicht dulden, hätten wir nicht einst seinen Vater warmgerieben, mit vereinten Kräften, auf einem lecken Boot xmitten im eisigen Wasser. Jene, die zu viel Zucker in ihren Kaffee rührten, haben das Leben seines Vaters in wärmenden Händen gehalten, haben verhindert, dass er Erfrierungen erlitt (einem anderen wurden beide Beine amputiert). In der Erinnerung der Verwandten waren wir alle, die wir allwöchentlich an diesem schmucklosen Tisch Leitungswasser trinken, einen kleinen Selbstgebrannten, einen Kaffee, die wir unsere Jugend im Gefängnis, im Lager verlebt haben, jahrzehntelang ein Schamfleck. Sooft das Tischtuch der Familiengeschichte zur Reinigung gebracht wurde, so ein Makel ließ sich nicht entfernen. Wenn das dem Wirt nicht Grund genug war, den Vater zu verfluchen, diesen verdammten Querschädel, der ihm ein bequemeres, erfolgreicheres Leben verbaut hat. Wenn man wollte, dass die Nächsten stolz auf einen waren, musste man sich um Unauffälligkeit bemühen.

Egal, wie sehr wir ausschweifen, wir kehren stets zurück zu dem Thema, das uns zusammenbringt, einmal die Woche, wir reden uns in Rage, laut, lauter, bis der Wirt uns um Mäßigung bittet, Gäste von den Nachbartischen hätten sich beschwert.

"Wegen der Lautstärke oder wegen des Inhalts?", frage ich.

"Ihr müsst die krumme Welt nicht in meiner Kneipe geradebiegen!"

Er klingt eher flehentlich als streitsüchtig.

Ich betrachte die Stiefellecker an den anderen Tischen, die ihre Blicke schnell abwenden. Leicht zu erahnen, was sie über uns denken ... Lasst das Vergangene doch mal gut sein (ergo: findet euch mit der Niederlage ab), es ist so viel Gras über die Sache gewachsen (will meinen über die Gräber), was stochert ihr in alten Wunden herum (anstatt euch um neue Wunden zu kümmern). Sogar an unserem Tisch, an dem grob geschätzt zwei Jahrhunderte Kerker beengten Platz gefunden haben, wird unsere Vergangenheit gelegentlich kleingeredet.

"Wir hatten Pech", klagt einer, "unsere Generation, was für ein grausames Pech. Wir wurden in schlimme Zeiten hineingeboren, wir hatten keine Chance."

"Was war denn so schlimm an unserer Epoche", fahre ich dazwischen, "wir haben für etwas gekämpft, an das wir geglaubt haben. Wir waren bereit, uns zu opfern, für etwas von höherem Wert als unser eigenes Leben. Das war ein Geschenk des Schicksals. Ich möchte zu keiner anderen Zeit gelebt haben."

"Bist du dir da völlig sicher?", fragt Toma, einer von wenigen, die ich zu meinen Freunden zählen würde.

"Noch lieber wäre mir ein Leben in ferner Zukunft."

"Wenn ...?", setzt Toma nach, als hätten wir den Wortwechsel einstudiert.

"Wenn es keine Polizei, keine Gefängnisse, keine Ministerien, keinen schlechten Rakija mehr gibt!"

"Ach, Kosjo, du wirst dich niemals ändern."

"Willst du mir schmeicheln?"

Die anderen schütteln augenfällig den Kopf, typisch Konstantin, immer konträr, aus Prinzip, zum Possen. Muss alles immer in Frage stellen. Ich weiß, ich bin anstrengend. Ich lasse die anderen reden, ich halte meinen Mund. Wenn die ersten Mittagsgäste eintrudeln, werden wir hinauskomplimentiert. Draußen vor der Tür stehen wir herum, es dauert, bis wir uns zerstreuen. Ein Quacksalber, der kaum ein Jahr im Lager verbracht hat, will mir zum Abschied Sedativa andrehen.

"Lass es etwas ruhiger angehen, mein Lieber."

Er klopft mir auf die Brust.

"Du hast dich genug geopfert, du hast mehr getan als jeder andere."

"Wie recht du hast", antworte ich ihm. "All jene, die größere Opfer erbracht haben, liegen im Grab." (Ilija Trojanow, Album, 15.8.2015)

Ilija Trojanow, Jg. 1965, deutscher Schriftsteller bulgarischer Abstammung ("Der Weltsammler", "EisTau", "Der überflüssige Mensch" u. v. a.). Trojanow kritisiert seit langem die Exzesse des Sicherheitsstaats. In seinem neuen Roman "Macht und Widerstand", der am 20. 8. bei S. Fischer erscheint, werden auch Aspekte des aktuellen Überwachungsdiskurses exemplarisch anhand einer anderen Epoche verhandelt. Hier abgedruckt sind das erste und Teile des zweiten Kapitels.

  • Das Thema Überwachung war schon im Kommunismus omnipräsent und hat in der Internet-Gesellschaft noch mal mächtig an Brisanz gewonnen: Ilija Trojanow.
    foto: jens kalaene / dpa / picturedesk

    Das Thema Überwachung war schon im Kommunismus omnipräsent und hat in der Internet-Gesellschaft noch mal mächtig an Brisanz gewonnen: Ilija Trojanow.

  • "Die Republik", ein Werk des Bildhauers Ljubomir Daltschew aus dem Jahr 1974, ausgestellt im Museum der kommunistischen Kunst in der bulgarischen Hauptstadt Sofia.
    foto: corbis

    "Die Republik", ein Werk des Bildhauers Ljubomir Daltschew aus dem Jahr 1974, ausgestellt im Museum der kommunistischen Kunst in der bulgarischen Hauptstadt Sofia.

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