Tschechien – Streit um Zemans umstrittene Aussage geht vor Gericht

13. August 2015, 12:24
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Anwälte konnten sich nicht auf außergerichtliche Beilegung einigen – Enkelin des Journalisten Peroutka beharrt auf öffentliche Entschuldigung

Prag – Der Streit um die kontroverse Aussage des tschechischen Staatspräsidenten Milos Zeman, wonach der angesehene tschechische Journalist Ferdinand Peroutka Adolf Hitler in einem Artikel als "Gentleman" gelobt haben soll, geht vor Gericht. Der Anwalt Zemans und der Anwalt von Peroutkas Enkelin,Terezie Kaslova, konnten sich außergerichtlich nicht einigen, berichteten tschechische Medien am Donnerstag.

Zeman hatte die Aussage im Jänner auf einer internationalen Holocaust-Konferenz in Prag gemacht. Mehrere Historiker sowie die Familienangehörigen des Journalisten Peroutka (1895-1978), der von den Nazis ins KZ deportiert worden war, hatten dem empört widersprochen. Kaslova beharrt auf einer öffentlichen Entschuldigung Zemans. Der Staatschef will sich jedoch höchstens dafür entschuldigen, dass er den Artikel bisher nicht gefunden hat. Im Juni schrieb Zeman einen Finderlohn von 100.000 Kronen (3.701 Euro) für denjenigen aus, der den angeblichen Text Peroutkas findet. (APA, 13.8.2015)

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