Indien hebt Maggi-Nudel-Verbot auf

13. August 2015, 10:46
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Nach erhöhten Bleiwerten in Instantnudeln darf der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé das Produkt nach neuen Tests wieder verkaufen

Mumbai – Im Streit um das Verbot von Maggi-Nudeln in Indien hat der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé einen Teilerfolg erzielt: Ein Gericht in Mumbai erklärte das von der Regierung verhängte Produktions- und Verkaufsverbot am Donnerstag für ungültig.

Das Verbot sei "willkürlich" und verstoße gegen die "Prinzipien der nationalen Rechtsprechung", erklärte das Gericht. Es ordnete neue Tests der Instantnudeln an. Nestlé müsse dazu mehrere Proben an drei Labors schicken. Seien die gemessenen Bleiwerte unter den zugelassenen Höchstwerten, könne Nestlé die Produktion und den Verkauf wieder aufnehmen.

Blei in Nudeln

Die indische Lebensmittelaufsicht hatte Nestlé Anfang Juni die Herstellung und den Verkauf von Maggi-Instantnudeln untersagt, nachdem bei Tests in einigen Bundesstaaten erhöhte Bleiwerte gefunden worden waren. Der Konzern wies die Vorwürfe zurück, nahm das Produkt in Indien aber aus dem Handel. Die indische Regierung fordert von Nestlé wegen "unfairer Handelspraktiken" im Zusammenhang mit dem Nudelprodukt Schadenersatz in Millionenhöhe.

Darüber entscheidet die Nationale Kommission zur Beilegung von Verbraucherstreitigkeiten. Der Rückruf der beliebten Maggi-Fertignudeln in Indien hat Nestlé im ersten Halbjahr 66 Millionen Schweizer Franken (60,75 Millionen Euro) gekostet. Hinzu kämen Umsatzeinbußen durch den anhaltenden Verkaufsstopp, sagte Finanzchef François-Xavier Roger am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. (APA, 13.8.2015)

  • Proteste gegen Maggi-Instantnudeln im Juni dieses Jahres.
    foto: epa / sanjeev gupta

    Proteste gegen Maggi-Instantnudeln im Juni dieses Jahres.

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