Lungenentzündung: Impfung gegen RS-Virus getestet

13. August 2015, 09:14
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Der Impfstoff führte bei Kälbern, den natürlichen Wirten des RS-Virus, zu einer starken Immunreaktion. – Klinische Tests sind geplant

Oxford/Surrey/Basel – Zwei internationale Forscherteams haben erstmals eine möglicherweise wirksame Impfung gegen das RS-Virus vorgestellt. Das respiratorische Synzytial-Virus (RSV) löst Symptome wie Husten, Schnupfen und Bronchitis aus, die für Säuglinge, alte und immungeschwächte Menschen gefährlich sein können. Eine Infektion kann außerdem zu schweren Lungenentzündungen führen.

RSV verursacht jedes zweite Jahr eine besonders starke Erkältungswelle. Es ist nach Malaria die weltweit häufigste Todesursache für Säuglinge unter einem Jahr, betonen die Autoren der Studie. Eine Impfung gibt es bisher nicht. Abgetötete Viren als Impfstoff funktionieren nicht, zudem sind Tests an Säuglingen ethisch äußerst heikel. Nun haben zwei Forschungsgruppen eine Impfung mit zwei lebenden, genveränderten Virenstämmen erprobt. Die Studie ist nun im Fachjournal "Science Translational Medicine" veröffentlicht worden.

Klinische Studie geplant

Das Team um Geraldine Taylor vom Pirbright Institute in der Grafschaft Surrey, Südengland, testete die Impfstoffe an Kälbern, den natürlichen Wirten des RSV. Sie führte zu einer starken Immunreaktion gegen das Virus. Die Atemwegsinfektion sowie die Entzündung und Schäden der Lunge konnten dadurch reduziert werden.

Aufgrund dieser Resultate testete das andere Team diverse Kombinationen von Erst- und Auffrischungsimpfungen an 42 gesunden Freiwilligen. Die Impfungen waren den Forschern zufolge verträglich und lösten nur wenige Nebenwirkungen aus. Die Zahl von Antikörpern und Immunzellen nahm zu, was laut Christopher Green von der Oxford University auf eine schützende Impfwirkung hindeutet. Die Forscher bereiten derzeit die weitere klinische Erprobung ihrer Erst- und Auffrischungsimpfung an Kindern und älteren Menschen vor. (APA, 13.8.2015)

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